| Er galt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für den Literaturnobelpreis und wurde doch von der Stockholmer Jury nie berücksichtigt. Seiner Popularität hat die fehlende Auszeichnung dennoch nicht geschadet. Im Gegenteil, der Mythos Graham Greene lebt bis heute davon, dass er kaum befriedigend einzuordnen und scheinbar nirgendwo angekommen ist. Weder im Katholizismus, zu dem der Sohn eines Schuldirektors im Alter von 22 Jahren konvertierte, noch in der Kirchenkritik, die er mit schonungsloser Offenheit übte, weder in der hohen Schule der Dichtung noch in den vermeintlichen Niederungen der Trivialliteratur, weder in den konspirativen Winkeln einer heimlichen Spionagetätigkeit noch im grellen Rampenlicht gesellschaftlicher und künstlerischer Anerkennung.
Graham Greene, der am 2. Oktober 1904 in Berkhampstead, Hertfordshire, geboren wurde, umgibt auch im Jahr seines 100. Geburtstages die Aura des Geheimnisvollen und immer wieder Faszinierenden. Ihr huldigt der dtv-Verlag mit einer dreibändigen Ausgabe seiner weltberühmten Romane „Orient-Express“ (1932), „Der dritte Mann“ (1950) und „Unser Mann in Havanna“ (1958), die in griffigen Übersetzungen und handlichem Format zu einem spannenden, aufregenden, Widerspruch, Beifall und unentschiedene Nachdenklichkeit provozierenden Lektürefestival einladen.
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