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Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion SWO über Duino, Rilke und die Duineser Elegien

Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion

Monika Czernin: Duino, Rilke und die Duineser Elegien

Dass Weltliteratur durch ein vielfältiges Beziehungsgeflecht an den Ort ihres Entstehens gebunden sein kann, ist keine neue Erkenntnis. Doch im Fall von Rilkes „Duineser Elegien“ sind die Fäden zwischen einem Jahrhundertwerk deutschsprachiger Lyrik und dem geschichtsträchtigen Schloss über dem Golf von Triest so eng gesponnen, dass die Gleichzeitigkeit von Natur und Dichtung, Landschaft und Architektur, Tradition und Ausdruckswillen zu einem eigenwilligen, seinerseits ästhetischen Phänomen wird.

Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion SWO über Monika Czernin: Duino, Rilke und die Duineser Elegien

Die Sonderbetrachtung, die Monika Czernin Duino, Rilke und den Elegien widmet, lässt den Schauplatz durch das ebenso umfangreiche wie sorgfältig ausgewählte Bildmaterial, aber auch durch eine Vielzahl historischer Erläuterungen lebendig werden. Czernin bringt den Lesern daneben, dazwischen und darüber hinaus die außergewöhnliche Freundschaft nahe, die den im Winter 1912 in Duino weilenden Dichter mit seiner Gönnerin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe verband. „Mir schien, als hätten wir uns schon von jeher gekannt, nichts Fremdes stand zwischen uns“, notierte die kunstbegeisterte Gräfin später und lieferte der Nachwelt damit einen Schlüssel zum Verständnis der Entstehungsgeschichte jener Gedichte, mit denen Rilke eine schwere Schaffenskrise überwand, auch wenn der Zyklus erst zehn Jahre später im Schweizer Wallis endgültig vollendet wurde.

Überflüssig zu erwähnen, dass der formschön gestaltete Band die zehn Elegien enthält, die jeweils mit einem Faksimile eingeleitet werden und die Leser auch nach fast einem Jahrhundert an die Frage fesseln, warum das „Hiersein viel ist“ und aus welchem Grund „uns scheinbar
Alles das Hiesige braucht, dieses Schwindende, das
Seltsam uns angeht. Uns, die Schwindendsten.“

Abgerundet wird das geographisch-literarische Projekt durch eine Zeittafel und die Stammbäume der in Duino ansässigen Familien della Torre-Valsassina, della Torre-Hofer-Valsassina, Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst und Thurn und Taxis (della Torre e Tasso).

Monika Czernin: Duino, Rilke und die Duineser Elegien, 18,50 €

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