| Reclams vierbändiges Kompendium der Filmgeschichte bringt alle Voraussetzungen zu einem Standardwerk und alle Möglichkeiten weiterer Aktualisierungen mit. Denn für die neueste, immerhin schon vierte Auflage setzte das Autorenteam nicht nur die bewährte Mischung aus Kassenschlagern und sehenswertem Programmkino bis zum Jahr 2002 fort, sondern unterzog auch ältere Leinwandereignisse einer neuen Sichtung und Bewertung. Am Prinzip hat sich freilich nichts geändert, aber das wäre schließlich auch wenig sinnvoll gewesen, da die freie Kombination aus Inhaltsangaben, Sach- und Hintergrundinformationen, Kurzinterpretationen, Kommentaren und Literaturverweisen dem Ziel des mittlerweile rund 2.500 Seiten umfassenden Buchprojektes durchaus gerecht wird.
Sicher könnten manche Inhaltsangaben noch die eine oder andere Straffung vertragen. Und ganz bestimmt lässt sich auch trefflich über die Auswahl, also beispielsweise darüber streiten, warum Genreperlen wie "Independence Day" oder "Gozilla" hier nicht einmal erwähnt, geschweige denn ausführlich gewürdigt werden. Doch wer sich nur die zehn zuletzt vorgestellten Filme - Gladiator, Yi Yi, Eureka, La Vielle est tranquille, Memento, Intimacy, Das Zimmer des Sohnes, Moulin Rouge, 8 Frauen, Halbe Treppe - ansieht, muss immerhin zugeben, dass die zu besprechenden Werke mit Konzept und Bedacht in die Reihe der Filmklassiker aufgenommen wurden. Über gut begründete Alternativvorschläge wird sich der Verlag aber vermutlich trotzdem freuen, denn irgendwann steht sicher die 5. Auflage des fast lexikalischen Mammutvorhabens auf dem Programm.
Thomas Koebner (Hg.): Filmklassiker. Beschreibungen und Kommentare, 4 Bände, 42,90 €
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