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Stegemann Buchkritik Nick Hornby

Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion

Weltverbesserer auf Probe

Mit "High Fidelity" (1996), "Fever Pitch" (1997) und "About a Boy" eroberte er die Bestsellerlisten in aller Welt. Doch in seinem neuen Roman beschäftigt sich Nick Hornby weder mit Fußball im besonderen noch mit der Popkultur im allgemeinen. "How to be Good" erzählt von dem schwierigen, weil fast unmöglichen Versuch, ein halbwegs anständiger Mensch zu werden.



Katie will unbedingt ein guter Mensch sein. Darum ist sie Ärztin geworden und versorgt in ihrer Praxis sogar hoffnungslose "Jammergestalten" wie den "bekloppten Brian", der nicht genau weiß , welche Nahrungsmittel man kochen sollte und welche lieber nicht. Darum hat sie auch geheiratet, zwei Kinder bekommen, ein geräumiges Häuschen bezogen und fleißig Labour gewählt.
Doch nach 20 Jahren Ehe merkt Katie plötzlich, dass alles irgendwie nicht so läuft, wie es laufen sollte. Ihr Mann David hat sich zu einem korpulenten, ständig nörgelnden Haustyrannen entwickelt, der in schlecht bezahlten Zeitungskolumnen den "zornigsten Mann von Holloway" mimt. Sein Hass richtet sich gegen Oasis und Ezra Pound, Charles Dickens und Tony Blair, Andre Agassi und Naomi Cambell, alte Leute in Omnibussen und - wie sollte es anders sein - gegen die erfolgreiche Ehefrau. Natürlich gibt es auch mit den Kindern immer wieder Ä rger, und dann reicht es Katie eines Tages.
Sie gönnt sich ein paar Hotelbesuche in Begleitung des adretten Stephen und unterrichtet David telefonisch von ihren Scheidungswünschen. Das ist zwar sonst nicht Katies Art, aber damit kann sie sich nun nicht mehr herausreden, "ebensowenig, wie Lee Harvey Oswald geltend machen konnte, es sei sonst nicht seine Art, Prä sidenten zu erschieß en." Derweil lernt David einen Lebenskünstler der besonderen Art kennen. DJ GoodNews hat seine Molekularstruktur durch den ausgiebigen Verzehr von Ecstasypillen verändert, ist nun im Besitz von heilenden Händen und will mit David zusammen die Welt verä ndern. Als Katie den allzu hartnä ckigen Stephen auf Distanz bringt und endlich erkennt, was da vor sich geht, ist es schon zu spät. Ihr Mann verschenkt Computer und Klamotten, organisiert Pflegefamilien für Straßenkinder und bekundet schließ lich die Absicht, als Buchautor die Welt zu erobern:

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