| Als Christoph Hein 1989 in der hintersinnigen Komödie „Die Ritter der Tafelrunde“ gegen den „Frieden der Krämerseelen“ und die „Ordnung der Polizeikaserne“ zu Felde zog, galt er längst als eine der wichtigsten literarischen Stimmen der DDR. Seinen Ruf als herausragender Schriftsteller und Chronist unserer Zeit hat er in den vergangenen Jahren eindrucksvoll untermauert – oft als Romancier, aber auch immer wieder als Dramatiker, der genaue Beobachtung mit präziser Charakterzeichnung, subtiler Gesellschaftskritik und einer unmissverständlichen Sprache verbindet.
Seit 1974 sind 16 Bühnenwerke entstanden, darunter Schauspiele, Bearbeitungen, das Libretto zu Sidney Corbetts Oper „Noach“ und der jüngste, auch als Hörspiel ausgestrahlte Einakter „Jannings“. Sämtliche Texte hat der Suhrkamp-Verlag nun zu einer gut 700seitigen vorläufigen Werkausgabe vereint. Da sie mit der 1974 in Berlin uraufgeführten Komödie „Schlötel oder Was solls“ beginnt, bietet sie allerdings nicht nur einen vollständigen Überblick über das Oeuvre des Dramatikers Christoph Hein. In der Wahl der Themen, Bilder und Beschreibungsformen wird auch ein Stück (deutsch-)deutscher Geschichte lebendig.
Christoph Hein: Die Stücke, Suhrkamp, 29,80 €
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