| Es gibt Bücher, mit denen man ganz einfach nichts falsch machen kann, und ein Fotoband mit Texten des großen Theodor Fontane und stimmungsvollen Bildern märkischer Landschaften gehört ganz zweifellos in diese Kategorie. Zugegeben, der Sprachwitz und die Detailfreude des Mannes, der die Mark Brandenburg als Gegenstand literarischer Betrachtung entdeckte, ist mit der Kamera nicht immer einzufangen. So müssen die Fotografen Harald Hirsch, Thomas Kläber und Therese Schneider schon mal improvisieren, wenn Fontane seiner Emilie von „nach Mist schmeckenden Riesen-Erdbeeren“ vorschwärmt, oder Palmen, Kängurus, kreischende Papageien, Springbrunnen und Blumenteppiche zusammenschüttet, um die Pfaueninsel des 19. Jahrhunderts möglichst plastisch zu schildern. Und welcher Birnbaum wäre je so imposant wie der letztendlich ja doch fiktionale des Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland?
Gleichwohl entsteht vor den Augen der Betrachter das faszinierende Doppelporträt einer einzigartigen Landschaft, deren atmosphärischer Gehalt allerdings wohl tatsächlich so zu charakterisieren ist, wie der weise Autor es selbst einst getan hat: „Was wir die Stimmung der Landschaft nennen, ist in der Regel unsere eigene.“
Herausgeber Gotthard Erler zitiert dieses Bonmot gleich im Vorwort, dessen auch ansonsten klugen Worten die Aufteilung des gesamten Bandes in vier überzeugende Sinneinheiten entspricht. „Landschaften und Flusslandschaften“, „Parks und Friedhöfe“ „Gärten, Blumen, Früchte“ und „Bäume und Wälder“ dienen so als idealer Wegweiser durch die märkischen Weiten.
Theodor Fontane: Morgenlicht und Lerchenjubel. Märkische Landschaften, Aufbau-Verlag, 22,90 €
bei amazon.de bestellen
zurück zur Übersicht bitte | |