| Seine Bühnenauftritte sind legendär, er hat den Sprung nach Hollywood geschafft, ist für den Oscar nominiert und mit dem Golden Globe ausgezeichnet worden und obendrein noch Professor an der Universität Wien sowie Ehrendoktor der Universität von Tel Aviv. Trotzdem gehört Klaus Maria Brandauer nicht zu der Kategorie Stars, die rund um die Uhr von sensationslüsternen Paparazzi verfolgt werden. Die Trennung von seiner Lebensgefährtin Uta Grünberger drang im Dezember 2003 mit zwei Jahren Verspätung an die Öffentlichkeit, und auch sonst gilt Brandauer nicht gerade als Liebling der Massenmedien. Wer die Presseberichte über den Ausnahmeschauspieler studiert, stößt immer wieder auf die Prädikate „schwierig“ und „exzentrisch“, aber auch Brandauer selbst scheint keinen Wert auf die übliche Hofberichterstattung zu legen.
Als ihn die FAZ Ende vergangenen Jahres zum Titel des soeben erschienenen Buches „Klaus Maria Brandauer. Die Kunst der Verführung“ befragte, reagierte er einmal mehr so, wie es Journalisten und Moderatoren gar nicht gern haben: „Also, ich kann dazu überhaupt nichts sagen. Das ist ein Buch über mich, und das heißt ´Die Kunst der Verführung´, und das ist wahrscheinlich denen eingefallen, die das Buch herausgeben, aus welchen Gründen auch immer. Ich habe auch im ganzen Buch über Verführungskünste nicht viel erfahren.“ Wenige Minuten später brach Brandauer das Gespräch dann endgültig ab und erklärte der einigermaßen verdutzten Fragenstellerin Johanna Adorján: „Ich gehe mit Ihnen gerne über den Christkindlmarkt, aber wir machen das Interview nicht.“
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