| Zusammen mit Peter Paul Rubens (1577-1640), Anthonis van Dyck (1599-1641) und Jacob Jordaens (1593-1678) gehört David Teniers d.J. (1610-1690) zu den bedeutendsten flämischen Meistern des 17. Jahrhunderts. Berühmt und zu einem der meistgefragten Genremaler der südlichen Niederlande wurde er mit seinen rustikalen und humorvollen Schilderungen von Alltag und Vergnügen in Flandern. Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe zeigt in ihrer großen Landesausstellung erstmals in Deutschland einen weitgespannten Überblick über das vielfältige Œuvre dieses Künstlers. Zu sehen sind rund 90 Gemälde und 20 Zeichnungen von Teniers und einigen seiner Vorläufer und Zeitgenossen – darunter Adriaen Brouwer (1605/06-1638), Pieter Brueghel d.J. (1564-1638) und Jan Brueghel d.Ä. (1568-1625). Außerdem präsentiert die Ausstellung knapp 30 Reproduktionsgraphiken nach Gemälden und drei Teppiche, die nach Motiven von Teniers entstanden.
Im Jahr 1610 in Antwerpen geboren, ging Teniers bei seinem Vater, David Teniers d.Ä., in die Lehre und wurde 1632/33 als Meister in die Lukasgilde aufgenommen. 1637 heiratete er Anna Brueghel, die Tochter des 1625 verstorbenen Malers Jan Brueghel d.Ä. Vormund seiner Braut und Trauzeuge des Paares war Peter Paul Rubens. Teniers, der vor allem für die Darstellung des bäuerlichen Milieus bekannt wurde, bewegte sich in höchsten gesellschaftlichen Kreisen: Als Hofmaler im Dienst des spanischen Statthalters der südlichen Niederlande, des Erzherzogs Leopold Wilhelm, übersiedelte er 1651 von Antwerpen nach Brüssel, wo er die einflussreiche Position eines Verwalters der umfangreichen erzherzoglichen Sammlung übernahm. Zu seinen bahnbrechenden Leistungen gehörte, dass er im Jahr 1660 mit dem so genannten Theatrum pictorium den ersten bebilderten Katalog einer Gemäldesammlung, nämlich der des Erzherzogs, realisierte. Außerdem geht die Gründung der Akademie der Schönen Künste in Antwerpen im Jahr 1664 wesentlich auf seine Initiative zurück.
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