| Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe begleitet den internationalen Kongress „Wert-Urteile. Judging Values“, der vom 9. – 11. Mai 2007 in Karlsruhe stattfindet, mit einer außergewöhnlichen Kunstaktion. Im Rahmen unserer Ausstellungsreihe "Forum Rotunde" eröffnen wir, am Vorabend des von der Bundeskulturstiftung vorbereiteten Kongresses, in der Orangerie der Kunsthalle die Präsentation „SEI LIEB; MUMIN. (TANZ DE DEPUTY)“ von Jonathan Meese, der zur Zeit als einer der spektakulärsten deutschen Stars der internationalen Kunstszene gilt. Die nationale wie internationale Kunstkritik feiert den Künstler als „Massakreur konformistischer Gegenwartskunst“, sieht in ihm einen "Schamanen" und sogar einen „Wiedergänger von Joseph Beuys“. Derzeit greife ein regelrechter "Meesianismus" um sich, schreibt die Kunst- und Medienwissenschaftlerin Pamela C. Scorzin im Kritischen Lexikon der Gegenwartskunst.
Jonathan Meese: ErzAdler, fischiges Reptilbaby beim Ablaichen, 2006 Courtesy Contemporary Fine Arts, Berlin; Foto: Jochen Littkemann, Berlin Meese agiert sowohl als charismatischer Popstar als auch als dunkler Rebell auf der zeitgenössischen Kunstszene. Nicht nur in seinen Arbeiten, sondern auch in seinen performativen Auftritten gibt er sich nonkonformistisch und versucht, Grenzen zu überschreiten. Seine Werke zeichnen sich durch das teilweise kämpferische Bemühen aus, deutsche Mythologie und deutschen Wahn in neuen Formen darzustellen. In seinem Schaffen arbeitet sich Meese an der dunklen Seite des menschlichen Lebens ab. Er verbindet dabei Perspektiven auf deformiertes und intaktes Leben, mitunter auch solche auf Kindheit und Jugend.
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