| Der menschliche Körper ist eines der zentralen Motive der Bildhauerei. Seine Gestalt, Dynamik und Ausdruckskraft regten Künstler zu immer neuen Darstellungen an. Im 20. Jahrhundert brach sich ein freierer Umgang mit dem Motiv Bahn, indem Künstler Körperformen immer weiter abstrahierten, verdichteten und sich auf bestimmte Teilaspekte der menschlichen Figur konzentrierten. Der Torso wurde zum Symbol dieser neuen Freiheit. Außerdem steigerte sich das Interesse vieler Künstler am Material. Sie erhoben es vom bloßen Bildträger zum Ausdrucksmittel. Neben traditionellen Materia-lien wie Ton, Bronze, Holz oder Stein fanden dabei auch Textilien oder Alltagsgegenstände Verwendung.
In der neuen Ausstellung treffen die jungen Besucher auf Skulpturen, die sich alle mit dem Körper, der menschlichen Figur auseinandersetzen, sehr reduziert und abstrakt oder ansatzweise noch ab-bildhaft. Unterschiedliche künstlerische Auffassungen laden so dazu ein, sich selbst in Beziehung zum Ausgestellten zu setzen, sich und seinen Körper im Raum wahrzunehmen und zu erleben. Kör-per als Bronzetorso, klar erkennbar, die Oberfläche lebendig gearbeitet, rissig, wulstig, glatt. Daneben aus Terracotta geformte, sehr zart und zerbrechlich wirkende Gebilde, die an abgestreifte Kör-perhüllen erinnern. In ihrer Wirkung und ihren Ausmaßen ungleich gewaltiger lässt eine „Winkelform“ aus rostigem Metall und Holz nur noch entfernt an eine menschliche Figur denken. Balance, Kraft oder Haltung sind nur einige Dinge, die sich einem bei der Betrachtung vermitteln. Eine Skulptur aus schwarzem Vierkantstahl lässt tänzerische Bewegungsabläufe erahnen.
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