| Das Unbehagen gegenüber der Kunst resultiert nicht selten aus dem dumpfen Betrachten. Der Blick streift und huscht über die Form, doch er dringt nicht tiefer. Alles ist dem „gebildeten“ Auge bekannt. Die verstörende Kraft des Kunstwerks kommt nicht zur Wirkung. Georg Baselitz hat dies einmal auf den Punkt gebracht, wenn er sagt „Kunst, die man kennt, die sieht man nicht“. Hier setzt die Vermittlung an. Es geht um die verstörende Kraft des Werkes, um die Wucht des Neuen, das Brechen der Erwartung, das Irritieren. Die radikale Verhüllung der Bilder war im späten Mittelalter ein Mittel. Die Verneinung ihres Sinns war der Bruch der Reformation. Ihr Austausch und ihre Relativierung durch den Raum die Antwort des Barock. Heute läuft der Bruch in der Überkreuzung des Alten durch das Neue in der Kunst. Und da sitzt er dann, der gelangweilte Betrachter im Käfig seiner eigenen Gitter. Er fällt auf sich selbst zurück. Bildung lässt ihn allein. Nur das neue Sehen macht ihn frei.
Prof. Dr. Friedhelm Mennekes (*1940), der 1961 Jesuit wurde, hat sich seit den 1970er Jahren mit dem Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und christlichem Glauben auseinandergesetzt. Neben Gastprofessuren an verschiedenen Universitäten arbeitete er ab 1979 als Gemeindepfarrer, wobei er bald zeitgenössische Kunst in der Kirche ausstellte. 1987 gründete er die „Kunst-Station St. Peter. Zentrum für zeitgenossische Kunst und Musik in Köln“, wo er zahlreiche internationale Künstler wie Christian Boltanski, Gregor Schneider und Barbara Kruger ausstellte.
An den Tagen mit Abendveranstaltungen des Begleitprogramms ist die Sonderausstellung „Miroslaw Balka Wir sehen dich“ von 10 bis 22 Uhr durchgehend geöffnet. Der Eintritt ist ab 17 Uhr frei. Im Anschluss der Veranstaltung findet Dank einer Spende des Weingutes Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan, Deidesheim ein Umtrunk statt.
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