| Bereits in seinen frühen Werken experimentierte Müller mit unterschiedlichen Bildträgern und Materialien. Mit einem minimalistischen Ansatz lotet er das Bild aus, wobei er es oft bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt als fertig erachtet. Minimale Spuren, die beim Aufspannen der Leinwand zufällig entstanden zu sein scheinen, reichen oft schon für ein fertiges Bild aus. Mit dieser Haltung greift Müller Kernfragen postkonzeptueller Bildproduktion auf.
Kennzeichnend für Müllers Malerei ist die Reduktion in der Material-, Motiv- und Farbwahl. Malgrund sind unbehandelte Leinwand, Baumwolle oder gebrauchte Stoffe wie Bettlaken, die vor und während des Malens dem Zufall ausgesetzt werden. Oft ersetzen Bierflecken, Asche, Staub, Kaffee, Cola oder Blut die übliche Versiegelung durch Farbe. Seine Materialpalette reicht von Acryl, Transparentlacken, Öl, Silikon über Edding bis hin zu Blei- und Buntstift. Ebenso integriert er banale Elemente wie Schmutz, Seidenpapier, Konfetti oder Glitzerstreu. In den Bildern der frühen 2000er-Jahre ist noch spürbar, wie Stefan Müller mit dem Konflikt zwischen abbildhafter und abstrakter Darstellung hadert. Giraffen, die über die Leinwand wandern, oder ein Schlagzeug lösen sich in abstrakte Farbmuster auf. Doch schon bald entwickelt Müller ein Formenvokabular aus Kreisen, Kugeln, Linien und Rechteckfeldern, das sich bis heute durch sein Werk zieht. Kringel werden zum Ich, Kreise stehen für das ständige Kreisen der Gedanken im Kopf des Künstlers. Titel wie Total total Confusion oder Aua, Aua, armes Universum oder Zu lange in die Sonne geschaut oder Empire of Dirt verleihen diesen Bildern eine weitere Bedeutungsebene.
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