| Die Musik schien beim Phänomen Madonna immer das Unwichtigste bzw. nur ein kleiner Teil im Gesamtkunstwerk Madonna. Damit tut man ihr aber unrecht, denn schon immer war das, was Madonna gemacht hat, perfekte Popmusik, die den Geist ihrer Zeit auf den Punkt brachte. Hierzu hat Madonna einen simplen Trick angewandt, sie hat sich ihre Songs jeweils von den angesagtesten Produzenten ihrer Zeit auf den Leib schneidern lassen. Und irgendwie hat sie daraus trotzdem immer ihr eigenes Produkt gemacht.
Auch auf "Ray of Light wird dieses Konzept konsequent weiter verfolgt. Produzent ist diesmal William Orbit und die Songs pendeln zwischen Ambient, House und Drum'n'Bass. Im Grunde ist es eine sehr ruhige Platte geworden mit wunderbar stimmungsvollen Songs mit geschmackvollen Arrangements, die einem nicht so leicht aus dem Kopf gehen, wenn man sie einmal gehört hat. Der Spannungsbogen ist perfekt, die Platte wird einem nicht langweilig, egal wie oft man sie hört. Und einzelne Songs, wie das wunderbare "Frozen" muß ihr erst mal jemand nachmachen. Auffällig ist, daß der Gesang eher im Hintergrund gehalten wird, was aber genretypisch ist, denn in der modernen Dancemusic stehen nicht die Interpreten im Vordergrund, sondern die Sounds. Und obwohl Madonna z.B. mit Drum'n'Bass einen Stil gewählt hat, der in der breiten Öffentlichkeit eigentlich nicht stattfindet, wird jeder diese Platte gut finden können. Leider auch ein paar Alte Säcke, die sonst nur üble Gitarrenmusik hören und auch mal was modernes im Schrank stehen haben wollen. Aber dafür kann Madonna ja nichts.
Madonna: Ray of Light, Warner Music, 17,99 €
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