| Suede? Britpop? Ja genau so ist es, nur das Suede für mich viel britischer sind als Oasis oder Blur. Das ist vielleicht auch mit ein Grund, daß die Gruppe bei uns noch relativ unbekannt sind, obwohl sie bereits zwei hervorragende Alben herausgebracht haben. Ich glaube, es fällt dem durchschnittlichen Hörer schwer, diese Musik zu begreifen. Diese Exhaltiertheit und diese Emotionalität. Es fällt schwer der Gruppe zu folgen aber man wird für diesen Gang belohnt.
Anfangs klingen die Melodien noch sehr banal aber wenn man sich darauf einläßt, dann macht es einfach Spaß und man merkt schnell, daß man sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Sicher wird jedem auffallen, daß Suede musikalisch gerne zitieren, z.B. T-Rex, aber das ist in Ordnung, denn die Vorbilder sind gut und trotz allem klingen sie sehr eigenständig. Das liegt zum großen Teil an Brett Anderson, der mit seiner außergewöhnlichen Stimme die Stücke dominiert. Sie ist nicht im üblichen Sinne schön, aber durch sie wirken die Stücke seltsam unnahbar und begehrenswert. Das Suede bei uns noch nicht so bekannt sind, liegt wohl vor allem daran, daß sie nach den ersten beiden Platten eine längere Pause gemacht haben, in der sie sich von Gitarrist Bernhard Butler getrennt haben, dem zweiten großen Ego in der Gruppe. Ich habe in schmerzlich vermißt, denn im Gegensatz zu früher sind die Stücke nur noch vom Gesang dominiert, was mir ein wenig zu einseitig ist. Die Qualität von "Dogman style" erreicht "Coming up" jedenfalls nicht. Was mich noch stört ist, daß die Platte von Sound her um Klassen schlechter ist als die alten. Hier wurde wohl ein wenig Oasis nachgeeifert, die ihre Platten ja auch bewußt schlecht klingen lassen. Oder können sie es nicht besser.
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