| Diese Musik ist in New York entstanden, doch wenn man sie hört, denkt man sofort, daß sie am besten dazu geeignet ist, sie auf einer Veranda irgendwo im Süden der USA, mit einem Glas Eistee in der Hand, den Sonnenuntergang beobachtend, zu genießen. So unglaublich locker und entspannt kommt diese CD zumindest musikalisch daher. Im besten Sinne auf das Wesentliche reduziert, was teilweise nur Rhythmus und Gesang bedeutet oder auch nur Gesang. Und dieser Gesang von Erykah Badu ist zur Zeit wohl ziemlich einmalig. Sie ist weder eine moderne Sängerin oder Rapperin, sie steht eher in der Tradition von Ella Fitzgerald, sie scattet. Und weil das für meine Ohren irgendwie ungewohnt ist, gefällt es mir um so besser. Es macht einfach Spaß ihr zuzuhören, wenn sie ihre Geschichten erzählt und dabei die Wörter zerdehnt, verschluckt oder zerreißt. Das hat einfach Stil und Klasse.
Produziert wurde die Platte zu einem großen Teil von „The Roots" einem New Yorker Hip Hop Kollektiv der Extraklasse. Sie sind sicher mit verantwortlich für die gelungene Kombination von wunderbar verschleppten Hip Hop Beats mit sehr warmen und traditionellen Sounds, bis hin zu New Orleans Jazz Anleihen und Zitaten aus dem Fundus des Südstaaten Soul. In den Texten wird entgegen der ruhigen musikalischen Grundstimmung meistens gekämpft, entweder um die Anerkennung als Frau oder die Anerkennung der Schwarzen oder um eine Zweierbeziehung. Dabei strahlt Erykah Badu ein gesundes Selbstbewußtsein aus, das einen sofort ansteckt.
Erykah Badu: Baduizm, Universal, 16,99 €
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