| Blur haben eine neue Platte gemacht und nennen diese einfach "Blur". Das klingt nach Neuanfang und irgendwie scheint es auch einer zu sein. In allen Interviews die ich in letzter Zeit gelesen habe, betont die Band, daß man jetzt keinen Brit Pop mehr macht und daß man sich nicht mehr mit Oasis messen möchte. Anscheinend hat der große Erfolg von Oasis doch seine Spuren hinterlassen, was ich nicht ganz verstehen kann, denn schließlich waren Blur mit ihrer Musik ebenfalls sehr erfolgreich. Am Lauf der Dinge sind Blur auf jeden Fall Mitschuld, denn sie haben nur um der Publicity willen diesen Medienkrieg mit angezettelt.
Dabei waren und sind Blur unvergleichlich. Während die anderen Brit Popper, auch Oasis, aus meiner Sicht reine Kopisten sind, was trotzdem zu wunderbaren Platten geführt hat, leihen sich Blur nur Bruchstücke aus der musikalischen Vergangenheit und machen Ihr eigenes Ding daraus. Hinzukommt ihr herrlich bissiger Humor. Auch auf "Blur" kann man von Song zu Song die einzelnen Anleihen heraushören (Beatles, Kinks, Rolling Stones...) trotzdem verschwinden Blur niemals hinter diesen Anleihen, auch wenn Damon Albarn sich redlich Mühe gibt, anders zu klingen als sonst und die Band teilweise recht beherzt zur Sache geht. Jedenfalls ist "Blur" eine sehr kurzweilige Platte mit tollen Songs und es macht richtig Spaß sie an einem Stück durchzuhören. Und es ist trotzdem noch Brit Pop! Meine Lieblingsstücke sind "Country sad ballad man" und "On your own".
Blur: Blur, EMI, 16,99 €
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