| Ein Kunstweg entsteht
Realisierung eines beispielhaften Kunstprojektes in MuggensturmSeit Jahrhunderten zieht sich die Vanitas-Symbolik, die Vergänglichkeit, wie ein roter Faden durch die Kunstgeschichte. Unzählige Künstler haben sich im Verlaufe der Zeit mit dieser Thematik immer wieder auseinandergesetzt. Mit einem außergewöhnlichem Projekt, hat es sich der seit 2007 bestehende „Kreativ Kreis“ der badischen Gemeinde Muggensturm zum Ziel gesetzt, eine stärkere Annäherung an die Prozesse des Lebens - des Werdens und Vergehens - zu realisieren. Über 20 Künstlerinnen und Künstler haben mit der Ausstellung „Vergängliche Kunst“ einen begehbaren Kunstweg entstehen lassen, für welchen sich der Weg neben dem ruhigen und idyllischen Verlauf des Neugrabens geradezu anbot.
Bild oben: Simone Vögele "Schlafende Erde" Bringt doch gerade die Natur Leben hervor und lässt es in verschiedenen Wandlungsprozessen wieder vergehen. Am besten ist das für den Betrachter in der offenen Landschaft nachvollziehbar. Hier kann der Künstler ähnlich schaffend wie die Natur selbst vorgehen und seine Arbeit deren Rhythmen und Zyklen überlassen. Durch seine Arbeit in der Natur und mit der Natur wird der Naturraum selbst zum Kunstraum.
Durch eine derartige Aktion, kann man Kunst nicht nur als Werkproduktion, sondern als geistige Tat erleben. Somit ist die Kunst die geistige Tat für die Öffnung von Wahrnehmungsportalen. Was wir vermeinen schon lange zu kennen, ist dabei plötzlich aus einem ganz neuen Blickwinkel auszumachen.
Ein wichtiges Anliegen war dem Muggensturmer Kreis die gemeinsame Kreativität und die weitgehende Verwendung von Naturmaterialien. Gleichzeitig bestand die Möglichkeit, sich inhaltlich im jeweiligen Werk mit der Vergänglichkeit auseinanderzusetzen.
Der „Kreativ Kreis“ und die Gemeinde Muggensturm laden kunstinteressierte Menschen herzlich ein, diese Portale zu öffnen. Da bei den einzelnen Werken vielfach vergängliche Materialien verwendet wurden, ist an ein „open end“ gedacht und es bleibt der Natur und den Witterungsverhältnissen überlassen wann die Präsentation vorbei sein wird.
Mit nachfolgenden Bildern und Texten soll Interesse geweckt werden, die Arbeiten die den Kunstweg flankieren, bei einem Spaziergang auch einmal im Original zu betrachten.
Die Arbeiten Rosi Bertram | Uli Deisinger | Gerdy Götzmann | Gabriele Hofacker | Helga Kalkbrenner | Ilse Riedel | Andrea Spalluto | Simone Vögele | Hannelore Westermann | Günter Westermann
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