| Künstlergespräch mit Jürgen Paas und Peter Weber am Samstag, 30. August 2008
Die beiden Künstler Jürgen Paas und Peter Weber sind am Samstag, 30. August 2008 um 15 Uhr im MUSEUM RITTER zu Gast. Beide sind mit Ihren Arbeiten in der aktuellen Sammlungspräsentation "Bildertausch 3" vertreten. Im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Susann Scholl sprechen sie über den Entstehungsprozess ihrer Werke und beantworten Fragen der Besucher.
Peter Weber; Foto© MUSEUM RITTER, Tom Oettle Seine raumgreifende Installation „Jeu de couleurs“ hat Jürgen Paas (* 1958) eigens für den Ausstellungsraum im Museum Ritter geschaffen. Auf einer Länge von 16 Metern hat er verschiedenfarbige Kreise direkt auf die Wand gemalt. Darüber schichtet er einfarbige quadratische Bildtafeln aus Metall. Die Idee der Schichtung korrespondiert mit einem Grundgedanken im Werk von Jürgen Paas, nämlich dem des Magazins oder Archivs. Charakteristisch für seine Arbeit ist die Veränderung. „Man wird sehr schnell entdecken dass nichts an seinem Platz bleibt. Ein gedankliches Spiel entsteht, um einzelne Farbtafeln herauszunehmen, umzustellen und umzuarbeiten,“ so der Künstler. Nicht zuletzt hat das Werk von Jürgen Paas auch eine „musikalische“ Seite: Durch die Bewegung des Betrachters, sein Entlanglaufen, Zurückblicken, Wiederkehren einerseits und den inneren Austausch der Farben und Formen miteinander andererseits entsteht eine visuelle Symphonie.
Peter Weber (* 1944) ist mit seinen Faltungen bekannt geworden. Wesentlich für seine Konstruktionen ist das Material: Papier ermöglicht scharfe Falzkanten und komplexe Strukturen. Kunststoff-Folie hingegen muss fixiert werden, sonst würde sie wieder aufspringen. Und besonders weiche Faltungen gelingen dem Künstler mit seinem Lieblingsmaterial: Filz. In der aktuellen Ausstellung ist er mit Arbeiten aus rotem und grauem Filz und einem fünfteiligen Werk aus der Kunststoff-Folie HDPE vertreten. Alle fünf Teile der Arbeit sind jeweils aus einem einzigen Stück Folie geschaffen worden ohne Schnitte, aber auch ohne weiteres Material. Durch die serielle Präsentation kann Weber die vielen, zum Teil hoch komplizierten Möglichkeiten eines einzigen Faltungsprozesses aufzeigen. Zugleich bleibt das Ausgangsmaterial dabei unversehrt - es ließe sich jederzeit wieder ent- und neu falten.
Die Teilnahme am Künstlergespräch ist kostenfrei. Es fällt lediglich der reguläre Museumseintritt (Erwachsene 5,00 € / Ermäßigt 3,00 €) an.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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