| Berlin, 1965: Timm Ulrichs kündigt an, sich selbst in einer Vitrine auszustellen. Die Performance wird zum Skandal und Ausgangspunkt eines ganzen Lebens-Werks. Der Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Knubben thematisiert am Samstag, 17. Juli 2010 um 15.00 Uhr und um 16.30 Uhr in seinem Vortrag „Timm Ulrichs, erstes lebendes Kunstwerk“ die spektakuläre Aktion und zeigt auf, wie sie die Kunstwelt nachhaltig beeinflusste.
Timm Ulrichs vor "Masse und Gewichte" © VG Bildkunst Bonn 2009 Foto: Museum Ritter Gemäß seinem Leitgedanken "Kunst = Leben" wollte sich Timm Ulrichs im Jahr 1965 in der Juryfreien Ausstellung in Berlin selbst in einer Vitrine ausstellen. Die Aktion wurde von der Ausstellungsleitung unter fadenscheinigen Gründen verhindert und von Timm Ulrichs ein Jahr später dann in Frankfurt realisiert.
Der Vortrag zeichnet die legendäre Aktion auf der Basis aller verfügbaren Dokumente nach und ordnet sie in den Kunstdiskurs der Zeit ein. Er zeigt auf, wie Timm Ulrichs damit Vorreiter einer Fülle von künstlerischen Interventionen ähnlicher Art bis heute wurde. Und er legt dar, warum in dieser Performance bereits das Kernthema des Kunst-Kosmos von Ulrichs angelegt ist und worin es besteht.
Der Vortrag ist Teil des Rahmenprogramms der Ausstellung "Timm Ulrichs. Blick zurück nach vorn", die im MUSEUM RITTER noch bis 19. September zu sehen ist. Die Teilnahme am Vortrag ist kostenfrei. Es ist keine Anmeldung erforderlich.
Kurzvita Prof. Dr. Thomas Knubben Studium der Geschichte, Germanistik und Empirischen Kulturwissenschaft an den Universitäten Tübingen und Bordeaux (1978-84), Promotion zum Dr. phil. an der Universität Essen; Tätigkeit im Kulturmanagement als Leiter des Kulturamtes Fellbach (1985-94) und als Kulturreferent der Stadt Ravensburg (1994-2002); seit 2003 Professor für Kulturwissenschaft und Kulturmanagement an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg; Leiter des Instituts für Kulturmanagement sowie des Master-Studiengangs "Kulturwissenschaft und Kulturmanagement".
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