| Seit einiger Zeit arbeite ich mit gebrauchten Offsetplatten, die ich mit Acrylfarben, Kunstharzfarben und Sand bemale. Dabei ist es für mich wichtig, daß der metallische Untergrund der Platten im Bild mit zur Sprache kommt.
Einem Großteil meiner Arbeiten, die aus mehreren Offsetplatten zusammengesetzt sind, lege ich einen Text, ein Textfragment oder ein Gedicht zugrunde, durch welche der Gesamtcharakter des Bildes bestimmt wird. Die ausgesuchten Texte übertrage ich in eine Winkelschrift; wodurch das Vordergründig-Inhaltliche wegfällt, das formal-strukturelle Element jedoch verstärkt wird.
Lilo Maisch: "Hommmage an John Coltrane"
Für mich ist die Tatsache von Bedeutung, daß die von mir verwendeten Druckplatten schon einmal zum Drucken verwendet wurden und noch die ursprünglichen Text- und Bildinformationen in einer bestimmten Anordnung tragen. Selbst wenn zwischen diesen Ursprungstexten und Grundmustern der Offsetplatten und meiner Malerei kein direkter Bezug besteht, gibt es doch zwischen beiden eine Art "morphische Resonanz": Die Offsetplatten liefern eine Ausgangsenergie, die das Aufspüren und Finden von neuen Zeichen begünstigt.
Die bemalten Platten werden von mir zu größeren Organisationsmustern zusammengefügt bzw. aneinandergereiht, die ich morphische Felder nenne. Jede einzelne Platte, die auch für sich selbst stehen könnte, gibt ihre Individualität auf und bildet mit vielen anderen Platten zusammen ein großes, geordnetes, gemeinsames Ganzes.
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