| Ein Kunstweg entsteht
Realisierung eines beispielhaften Kunstprojektes in Muggensturm
Uli Deisinger *1964
"Vergängliche Kunst"“
Big (176 K) auf Klick Drei Holzbalken zeigen in drei unterschiedlichen Stadien Formen des Vergehens. Vielleicht erscheint der eine Balken "schöner" als der andere, weil er noch nicht dem Raub der Zeit zum Opfer fiel. Aber vielleicht wirkt für den Betrachter auch ein älterer Balken schöner, weil in ihm Formen und Strukturen, Alter und Weisheit, Falten und Gräben so großartig ineinander verschmelzen. Dies soll und muß vom Betrachter beurteilt werden.
In jedem Balken ist noch ein weiterer Beweis für die Vergänglichkeit integriert. Beim Blick durch Öffnungen auf das fließende Wasser des Neugrabens ist eindrücklich zu erkennen, wie Augenblicke, Momente, Wasser, Gegenstände, Sichtbares und Unsichtbares auftauchen und verschwinden, geboren werden und vergehen.
Zwei weitere Möglichkeiten für mich, Vergänglichkeit zu interpretieren, sind die Haufen aus Asche und aus Sägespänen. Beide entstanden bei der "Bearbeitung" eines Holzstammes mit Kettensäge und Feuer. Die Besonderheit liegt hier darin, dass der Betrachter sich vorstellen kann, welche Form und Aussehen das Objekt vorher hatte. Das ist ein Beweis dafür, dass sich in einem einfachen Holzstamm unendlich viele Formen befinden können. Durch das Zersägen und Verbrennen sind diese Formen für den Betrachter nicht mehr sichtbar und die Form kann nur noch im Kopf nachvollzogen werden. Der Begriff der "Vergänglichen Kunst" ist somit ein menschlicher, weil die meisten Menschen ihr Leben zwischen Geburt und Tod bezeichnen. Die Seele eines Baumes - symbolisiert durch die Unendlichkeit seiner innewohnenden Formen - lebt aber ewiglich. Also auch die Seele des Menschen und die unendlichen Möglichkeiten und Ausdrucksweisen, insbesondere die Liebe.
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