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Das MoMA in Berlin Meisterwerke aus dem Museum of Modern Art, New YorkKann ein Kunstkatalog den Besuch einer Ausstellung ersetzen? "Sicher nicht", würden wohl die meisten von uns antworten, so auch ich selbst. Das kann aber diskutiert werden:
Andererseits gibt es weit mehr interessante und interessant erscheinende Ausstellungen, als man als Normalmensch mit normalem Beruf selbst besuchen kann; eher schon kann man sich den Katalog besorgen.
Das New Yorker Museum of Modern Art verfügt bekanntlich über eine einzigartige – und als die weltweit bedeutendste geltende – Sammlung von Meisterwerken der Moderne. Cézanne, van Gogh, Monet, Pollock, Warhol, Richter…alle großen Namen sind vertreten in der Sammlung, von der nun wichtige Teile wegen des Umbaus des New Yorker Museums nach Berlin ausgelagert wurden.
39 € kostet der Katalog, der bei Hatje-Cantz erschienen ist; mehr Geld, als ein Billig-Flug nach Berlin angeblich kostet, aber dann kämen ja noch weitere Spesen dazu wie unter anderem etwa die Eintrittskarten. Vom Zeitaufwand ganz zu schweigen.
Also muß doch der Katalog den Besuch ersetzen. Dagegen spricht, daß auch qualitativ hervorragend gedruckte Abbilder von Fotos von Originalen, mehr noch Fotos von Skulpturen, kaum mehr als einen Eindruck verschaffen von dem Erlebnis des Originals; die Aura des Originals fehle sagt man, gedruckt schon zu 100%, im Internet noch mehr...
Dem muß ich dann doch widersprechen; zweifach sogar: 1. auch wenn man die Originale noch nie gesehen hat (so extrem oft bin ich nicht in New York), kennt man doch oft Arbeiten des jeweiligen Künstlers im Original: wer etwa im letzten Jahr die Arbeiten von Hans Arp in der Sammlung Würth in Schwäbisch Hall gesehen hat, etwa Soleil recerclé, kann aus dem Katalogbild von Arps "Enak’s Tears" durchaus eine gute Vorstellung dieses Werkes gewinnen. 2. ich hatte oben das "aurazerstörende" Internet erwähnt: Internet, so wie wir es hier begreifen und nutzen, hat keinesfalls die Aufgabe, den Besuch von Ausstellungen zu ersetzen – etwa durch eine Runde Online-Previewsurfen bei Chips und Cola – sondern ganz im Gegenteil: es geht darum, Interesse zu wecken durch erste Eindrücke, Neugier auf die Originale, Lust auf Sehen zu machen.
Und genau dies tut dieser Katalog auch: von den diversen Künstlern, von denen ich noch kein Original gesehen habe oder mir keines mehr präsent ist, weiß ich nun, auf welche ich achten muß, wenn doch mal etwas in der erreichbaren Umgebung zu sehen ist. Oder ich fahre doch noch nach Berlin – die Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie, Berlin geht noch bis 09.09.2004.
Kann eine Kunstkatalog den Besuch einer Ausstellung ersetzen? War die Eingangsfrage, die ich nun differenzierter beantworten würde: mit einem klaren jein oder in modernem Neudeutsch:
Nicht wirklich.
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