| Kunstbücher
aufhören, um von vorn anzufangen
Picasso – Malen gegen die ZeitDer Titel des Katalogbuches ist, bekanntlich, auch Titel der Ausstellung, die nun nach Düsseldorf wandert und dort im K20 noch bis 28. Mai 2007zu sehen ist.
Genug ist schon geschrieben worden über diese Ausstellung, die., kuratiert vom Picasso-Experten Werner Spiess, der auch Herausgeber des Buches und dessen Hauptautor ist, ähnlich kontroverse Urteile hervorgerufen hat wie Picassos Spätwerk selbst.
Allein von daher ist die Ausstellung zweifellos sehenswert und wer nach Düsseldorf kommt, wird eben dem K20 noch mehr Zeit widmen als ohnehin angemessen.
Auch das Buch beansprucht Zeit, weil mehr als in “herkömmlichen“ Ausstellungskatalogen der Text weit mehr ist als eine Erläuterung zu den Bildern. Es geht um die Einschätzung von Picassos Spätwerk, wobei hier die Bandbreite reicht von “Schmierereien eines rasenden Greises“ (Douglas Cooper; Katalog S. 20) bis zur Einschätzung von Peter Richter, der Picasso hier eine kunsthistorisch-übergreifende Gesamtschau zuschreibt: Zu Picassos “Torero“ (1970) schreibt Richter in der FAZ: “daß Picasso hier nicht nur das Urbild des spanischen Edelmannes in der Figur des Toreros aktualisiert, er malt sich auch gleichzeitig über die Impressionisten und Goya durch die Kunstgeschichte bis ins ’Siglo de Oro’ zurück. Für ein Bild, das erstmal wie eine launig hingehauene Karikatur aussieht, ist das nicht gerade unterkomplex – und auf jeden Fall mehr, als andere in jahrelanger Arbeit trotzdem nicht hinkriegen.“(FAZ, 27.01.2007, Seite Z3).
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