| Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, am 25. Juni 1761 von Herzog Carl Eugen von Württemberg gegründet, ist heute mit ihren knapp 900 Studierenden nicht nur die größte Kunsthochschule in Baden-Württemberg, sondern auch eine der ältesten Einrichtungen ihrer Art in Deutschland (Nürnberg 1662, Berlin 1696, Dresden 1764, Düsseldorf 1773, München 1808, Karlsruhe 1854). Gelehrt wird in 18 Studiengängen in den Bereichen der Bildenden Kunst, der Architektur, des Designs, der Kunsterziehung, der Restaurierung von Kulturgütern und der Kunstwissenschaften. Derzeit sind 48 Professoren an der Akademie tätig. Neben der künstlerischen Arbeit in den Klassen und Ateliers bieten über dreißig Lehrwerkstätten exzellente Möglichkeiten, um neue Ideen und Konzepte praktisch umzusetzen. Nach mehreren baulichen Entwicklungsphasen ist der Campus der Stuttgarter Kunstakademie heute unmittelbar neben der Weißenhofsiedlung auf dem Killesberg angesiedelt.
Ein Rückblick auf die Historie der Akademie zeigt, dass eine große Zahl von Lehrenden durch ihre künstlerische Tätigkeit und ihren pädagogischen Einfluss in den freien und angewandten Bereichen der Kunstakademie ihre Spuren hinterlassen und damit auf die Kultur- und Kunstgeschichte nicht nur in Deutschland, sondern auch über die Grenzen hinaus gewirkt hat. Hier ist zum Beispiel Adolf Hölzel zu nennen, der zwischen 1905 und 1919 in Stuttgart lehrte und auf die Entwicklung der Moderne in Deutschland großen Einfluss hatte. Ähnlich einflussreich war Anfang des 20. Jahrhunderts Bernhard Pankok, der lange vor dem Bauhaus die Bedeutung der praktischen Werkstattarbeit propagierte und mit der Stuttgarter Kunstgewerbeschule eine der ersten staatlichen Reformschulen der Moderne in Deutschland errichtete. Diese verfügte im Jahr 1925 bereits über 21 Werkstätten.
Für die Kunst der Nachkriegszeit prägend wurde der Hölzel-Schüler Willi Baumeister, dem sich in den folgenden Jahrzehnten weitere Künstler zur Seite stellen lassen – so beispielsweise Alfred Hrdlicka, K. R. H. Sonderborg, Paul Uwe Dreyer, Joseph Kosuth und Joan Jonas oder bedeutende Architekten respektive Designer wie Erwin Heinle, Herbert Hirche, Herta-Maria Witzemann, Robert Haussmann, David Chipperfield, Kurt Weidemann oder Richard Sapper – um nur wenige zu nennen. Doch nicht nur in der Vergangenheit unterrichteten namhafte Personen an der Akademie, auch aktuell lehren bekannte Künstler, Architekten, Designer, Restauratoren und Wissenschaftler in Stuttgart, Persönlichkeiten, deren internationales Renommee der Akademie ihre Bedeutung verleiht.
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