|
Die Wiese hinter dem Rückgebäude der Karlsruher Kunstakademie an der Riefstahlstraße lacht. "Die Wiese lacht oder das Gesicht in der Wand" lautet der Titel einer Skulpturengruppe von Harald Klingelhöller, die jetzt im Außenbereich der Akademie platziert wurde, mitten ins Grün vor zwei hochragenden Bäumen.
Die Arbeit gehört zu einer ganzen Werkgruppe gleichen Titels, die der Professor für Bildhauerei an der Karlsruher Akademie seit 1985 entwickelt hat. Ausgangspunkt war die Planung der Neugestaltung eines Innenhofes der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Münster, ebenfalls ein grasbewachsenes Gelände, das er mit einer an ein Geländer erinnernden Skulptur gestaltete.
Nachfolgend schuf er 1986 jene zweiteilige Plastik mit identischer Wiederholung der Formen, die das Motiv des Geländers als Balkon aufnimmt. Er verschränkte zwei runde Balkone mit senkrechten, teilweise dreiecksförmigen Streben und einen Balkon mit Scheibenöffnungen schräg ineinander.
Die strengen geometrischen Motive wie Kreis und Dreieck sind für Harald Klingelhöller gestalterisches Vokabular, das er stets in enge Verbindung mit Sprache setzt. Er beruft sich dabei auf eine rhetorische Metapher des Quintilian "Die Wiese lacht" und den damit verbundenen formalen Rückbezug auf das menschliche Gesicht. Und tatsächlich lassen sich in den beiden Skulpturen, ihren Brüstungen und Öffnungen Augen und Mund erkennen. Die spiegelnde Fläche an der Oberseite der Brüstung zeigt schließlich das eigene (lachende?) Gesicht.
Die ursprüngliche Fassung der Arbeit ist in Pappe mit nach oben abschließendem Spiegelglas gefertigt. Für die erstmalige Außenaufstellung an der Karlsruher Kunstakademie wählte Harald Klingelhöller schwarz pulverbeschichtetes Edelstahl mit Spiegelglas
Harald Klingelhöller wurde 1954 in Mettmann geboren, er lebt und arbeitet in Düsseldorf und Karlsruhe. Harald Klingelhöller ist Prorektor der Karlsruher Kunstakademie und lehrt hier seit 1993.
zurück zur Übersicht bitte | |