| Vortragssaal, Reinhold-Frank-Strasse 81 / Vordergebäude Eintritt frei Dr. Susanne Düchting, Kunsthistorikerin und Dozentin an der Universität Essen, widmet sich in einem Vortrag "Zack!Bumm!Peng!" am 16.06.04 um 19 Uhr 30 hochexplosivem Material in der Kunst.
Die SprengKRAFT von Kunst war schon immer Gegenstand von Debatten und Spekulationen. Ein konkreter Einsatz von SprengSTOFF lässt sich aber vermehrt erst seit den 1980er Jahren beobachten. In Arbeiten von Cai Guo-Qiang, Roman Signer, Rosemarie Trockel u.a. EREIGNET sich etwas, plötzlich und sehr schnell. Dabei zielen diese KünstlerInnen weder (wie die Avantgarde) auf die Sprengung des Kunstbegriffs, noch verfolgen sie konkrete gesellschaftspolitische Visionen oder haben gar einen metaphysischen Anspruch. Ironie und Witz sind der Sprengsatz der Arbeiten, die zeigen, wie eng die Lust am Zerstören und das Glück der Wiederholung zusammenhängen. Ins Auge springt der präzise und zugleich lakonische Umgang mit den Materialien und Medien. Wie ein roter Faden durchzieht die Arbeiten, in denen sich visuelle und akustische Signale auf das engste vermischen, der ungewöhnlich explosive Umgang mit dem Faktor ZEIT.
Biografische Daten der Referentin
Dr. Susanne Düchting, Jg. 1967, Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Freiburg i.Br. und Wien, Promotion 2000. Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Kunst- und Designwissenschaften (IKUD) der Universität Duisburg-Essen. Habilitationsprojekt: Kartografische Verfahren in der zeitgenössischen Kunst. Literatur (Auswahl): Black Garden. Jenny Holzers"Anti-Memorial"; in Nordhorn, Niedersachsen, 1994. In: Zaunschirm, Thomas (Hg.): Die Farben Schwarz. Ausstellung Graz. Wien, New York 1999. S. 129-136; Shit happens: Körpersubstanzen in der Kunst seit den 60er Jahren. In: Schuhmacher-Chilla, Doris (Hg.): Das Interesse am Körper. Essen 2000, S. 177-200; Konzeptuelle Selbstbildnisse. Essen 2001; Künstler als Kartografen: Zeit-Räume am Ende des 20. Jahrhunderts. In: Chi, I., Düchting, S., Schröter, J. (Hg.): ephemer-temporär-provisorisch. Aspekte von Zeit und Zeitlichkeit in Kunst, Design und Medien. Essen 2002, S. 63-76 ; Labyrinthe: Vom Wahrnehmen der Wahrnehmung am Beispiel der Räume von Christoph Büchel und Gregor Schneider. In: Schuhmacher-Chilla, Doris (Hg.): Im Banne der Ungewissheit. Oberhausen 2004 (im Druck).
zurück zur Übersicht bitte | |