| Vortragssaal, Reinhold-Frank-Strasse 81 / Vordergebäude Eintritt frei Die Kunsthistorikerin Dr. Nike Bätzner spricht am 15.06. um 19 Uhr in der Kunstakademie Karlsruhe über die Entwicklung "lebender Bilder" von der Neuzeit bis zur Gegenwart.
Lebende Bilder als ein künstlerisches Element zwischen Bild, Skulptur und Performance, bzw. zwischen bildender und darstellender Kunst, wurden im Spätmittelalter und der Renaissance zur Unterstützung religiöser Propaganda und weltlichen Machtanspruchs eingesetzt. In der Renaissance waren sie ein Bestandteil des Festwesens, bei dem Volks- und Hochkultur ineinander griffen und welches somit das Auge des Betrachters für die Kunst schulte.
Die Wiederaufnahme des "tableau vivant" im 18./19. Jahrhundert war verbunden mit einer wahrnehmungstheoretischen Diskussion um die Rolle des Betrachters und den gesellschaftlichen Wert der Kunst. Im 20. Jahrhundert steht die "living sculpture" u.a. in Zusammenhang mit dem postulierten "Ausstieg aus dem Bild" und der emphatisch geforderten Verknüpfung von Kunst und Leben.
Im Vortrag soll der jeweils unterschiedliche Kontext, in dem lebende Bilder auftauchen, zur Sprache kommen. Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden, inwiefern in die bildende Kunst des Mittelalters und der Renaissance Bewegung einbezogen war und wo heute - im Sog der beschleunigten Bilder - Künstler bewusst innehalten und den Fluss der Zeit anhalten.
Biografische Daten der Referentin
Nike Bätzner, geb. 1961 in Stuttgart. Kunsthistorikerin, lebt als Dozentin, Autorin, Kuratorin in Berlin. Promotion über Arte povera 1993/94. Lehrtätigkeit: 1994-1999 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität der Künste Berlin, 2000-2002 Lehraufträge am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität, Berlin, 2002/03 Dozentin am Kunstgeschichtlichen Seminar der Humboldt-Universität, Berlin. 2002-2003 Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei den Berliner Festspielen. Buchpublikationen u.a.: Arte povera. Manifeste, Statements, Kritiken, Fundus-Reihe, Verlag der Kunst, Dresden, Basel 1995. Andrea Mantegna, Könemann Verlag, Köln 1998. Arte povera. Zwischen Erinnerung und Ereignis: Giulio Paolini, Michelangelo Pistoletto, Jannis Kounellis, Verlag für Moderne Kunst, Nürnberg 2000. Konzeption und Redaktion von Berlin - Moskau/Moskau - Berlin 1950-2000, Essays und Chronik, Nicolai Verlag, Berlin 2003
zurück zur Übersicht bitte | |