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Achim Wannicke © Foto: privat begründung
es gibt für mich, vielleicht nur für mich persönlich, in jedem gedicht eine zentrale aussage, ein, zwei strophen, zeilen, in denen das gedicht kulminiert, also gewissermaßen sich selbst zentriert; in diesem gedicht ist das: „von Mensch zu Vogel und zurück/ atmen sie Schreie ein“. der baum, mensch und vogel, für sich und zusammen symbol, und das starke bild der eingeatmeten schreie. der autor kann aus einer ruhesituation heraus eine situation nahe der explosion herbeirufen, und hält genau in dem moment der höchsten spannung inne und überträgt diesen auf den leser. großes künstlerisches können ist das, zumal vom ende des gedichtes her betrachtet, wo der autor schiere bedächtigkeit und genügsamkeit in szene setzt, „tauscht Blätter mit mir aus“ – wo er den leser gefangen nimmt in den armen des baums, des lebens, das eben beides bietet: explosion und das betrachten der friedlichen landschaft. in diesem gedächt fällt beides zusammen. wundersam. und kunst!
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Ganz bei Trost
Von dieser Sorte Lindenbaum
gibt es nicht mehr viele
von Mensch zu Vogel und zurück
atmen sie Schreie ein
speichern sie in schrumpeliges Grün.
Schmecken wie entsetzlich eng uns ist.
Von Grund auf
steht er mir im Weg
befühlt bei jedem Wetter
meinen Bauch und mein Gesicht
tauscht Blätter mit mir aus.
Und schiere Verzweigung.
aus: achim wannicke: zeitenwäscherin, aphaia verlag, berlin 2010.
der autor: achim wannicke, geboren 1950 in berlin, studium der erziehunhgswissenschaften in marburg und wien. gründer und leiter der kinderakademie sterntaler (1989-2009). vater von vier kindern. lebt als freier schriftsteller in potsdam-babelsberg. z.a. aufenthaltsstipendium des berliner kultursenats im literarischen colloquium berlin, alfred-döblin-stipendium der akademie der künste berlin. mitglied der europäischen autorenvereinigung die kogge..
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