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manfred chobot © Foto: Johannes Knapp-Menzel immerstern
fixe sterne spülen sekt ans ufer am ende des jahres aus der flasche ein sternendach von den benachbarten häusern fallen die kronen temporär über das meer nieder und verglühen über unseren köpfen hauptsächlich
unbeweglich wankt der immerstern
Der Autor: manfred chobot geboren 1947 in wien, lebt in wien. studium der kulturtechnik und wasserwirtschaft an der universität wien. von 1991 bis 2004 herausgeber der reihe „lyrik aus österreich“. redakteur der literaturzeitschrift „podium“ (1992 bis 1999) und „das gedicht“ (1999 bis 2002). zahlreiche hörspiele und features sowie fotoausstellungen. vorstandsmitglied der grazer autoren versammlung, der ig-autorInnen und der europäischen autorenvereinigung „die kogge“. ausgezeichnet u.a. mit dem literaturpreis des landes Burgenland 2006 und dem bewag-literaturpreis 2007. zuletzt erschienen: die ernte dersStachelbeeren (edition thurnhof 2007), aloha – briefe aus hawaii (sonderzahl 2008), blinder passagier nach petersburg (lex liszt 2009), genie und arschloch (hg.), (molden 2009). www.chobot.at
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Begründung:
ein wankender immerstern, unbeweglich … ein traumbild ist dieses gedicht von manfred chobot, dem auf allen kontinenten der erde beheimateten dichter, - dessen interkulturalität auch dieses gedicht durchdringt; wenn er vom faszinosum „sternendach“ spricht, dann sieht er den himmel über hawaii ebenso wie über seiner heimatstadt wien; und wenn der sekt ans ufer gespült wird, dann sehe ich mir gegenüber den lachenden, eine dicke havanna rauchenden genussmenschen manfred, mit einem guten glas in der hand. es ist ein gedicht voller leichtigkeit, auf den ersten blick, und schwermut, wenn dieses „verglühen über unseren köpfen“ den moment einer ekstase beschreibt, die den niedergang schon in sich trägt. aber über allem, unbeweglich, wankend, der fixe immerstern, der hoffnung gibt (eben doch in seinem fixen dasein nicht zu unbeweglich zu sein); und das macht doch mut. ein gedicht, ganz subtil, und doch mit der ganzen kraft des beobachtens, des genauen hinsehens.
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