 |
janko ferk; © Foto: privat der autor: janko ferk, mag. et dr. jur., ist richter am landgericht klagenfurt, schriftsteller, honorarprofessor an der universität klagenfurt und mitglied des literaturbeirats im bundeskanzleramt wien. bisher hat er mehr als 20 bücher veröffentlicht – monographien (recht ist ein „prozeß“, über kafkas rechtsphilosophie, wien 1999), essaysammlungen und erzählbände – zuletzt die „forensische novelle“ „brief an den staatsanwalt“ (wien 2008). zahlreiche auszeichnungen, u.a. literaturpreis des pen-clubs liechtenstein. begründung ein schlichtes gedicht ist dieses kurze sprachwerk, das mir beim blättern in janko ferks gedichten – die oft zweisprachig verfasst sind, auch dieses: deutsch und slowenisch – gewissermaßen ins auge „fällt“: das symbol stein, dauerhaft und wandlungsfähig, ein uraltes motiv; ein stein, der zeigt: sein herz, der einlädt: sein bruder zu sein, der teilt, verspricht: das moos der nähe – und ewiges leben. ist es ein gedicht über die liebe, die bruderliebe, die liebe zum anderen, zum „nächsten“ menschen – eine lehrstunde durch den so gar nicht kalten stein, durch den beseelten, den brüderlich nahen neben mir? je öfter ich das gedicht lese, umso mehr liebe ich es, umso tiefer höre ich den stein atmen und mir auch von seinem atem geben. bis die einsamkeit verfliegt, bis ich weiterlaufe und, den stein tief in mir verborgen, weiß, ihn, diesen nahen, nimmt mir niemand, niemals mehr.
|
 |
 |
 |
einem stein
einem stein
werde ich
von meiner einsamkeit
erzählen
er wird mir
sein herz
zeigen
und mich
einladen
sein bruder
ein stein
zu werden
er wird mir
moos
versprechen
und ewiges leben
zurück zur Übersicht bitte | |