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gudula budke; © Foto: privat begründung
ein gedicht, das das handeln und die unmöglichkeit des nichthandelns zum thema hat, ein gedicht der entschlossenheit, selbst in der phase der lähmung (beim „Lot ins Ungewisse) – „Warf sie ins Schloß./ Die Schlüssel zweimal/ umgedreht“ – das hört sich unumkehrbar an, nach verletztheit, nach einer flucht hinaus, hindurch, hin zu neuem, die tür zu, das alte bleibt zurück.
der „leise Tod“, die „Endlosnacht“ und der weiße schnee – ein gedicht in bildern, die schwanken machen, diese analogien – der schnee und die weißen gardinen (sie wehen, das sagt die dichterin nicht, aber man sieht, fühlt es) – und die sehnsüchte schließlich am ausgang: „Will schlafen/ mit dir auf roten/ Laken“, da ist sie wieder, diese (neue) entschlossenheit, dieses unbedingte, uneingeschränkte wollen, das unterwegs sein im gedicht, das bei hölderlins grauzerschlissenem profil noch verlorenzugehen schien, ja, es hat etwas von dem „und dennoch“ der frau. so, ja, ist eine eigenschaft von gedichten, holen sie sich ihre kraft aus sich selbst heraus, aus dem ort, aus dem, ja, auch, nicht gesagten.
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Türen
Hinter den Türen meine Flucht. Warf sie ins Schloß. Die Schlüssel zweimal umgedreht. Von Wand zu Wand die Balanceschritte auf rotem Faden. Lächelt mir Hölderlins Profil grauzerschlissen aus Buchrücken. Wirf mir den leisen Tod als Lot ins Ungewisse. Die Endlosnacht mischt sich im weißen Schnee. Fällt auf weiße Gardinen. Auch der weht sich fort. Will schlafen mit dir auf roten Laken.
die autorin: gudula budke, geb. 1926 in osnabrück, wo sie heute auch lebt. nach einem volontariat bei einer zeitung und zeitschrift arbeitete sie als freie kulturredakteurin, seit 1970 als freie schriftstellerin. mitglied im verband deutscher schriftsteller (vs), in der europäischen autorenvereinigung die kogge und im autorenkreis plesse, 1994 burgschreiberin zu plesse. sie wurde mit mehreren preisen ausgezeichnet, u.a. 1978 mit dem lyrikpreis der stadt osnabrück, 1987 mit dem niedersächsischen literaturpreis und 1990 mit einem stipendium des künstlerdorfs schöppingen.
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