| Ein persischer, in Holland im Exil lebender Schriftsteller reist durch Südafrika, auf Lesetour. Und er entdeckt ein Land und seine Menschen. Kader Abdolah gibt in diesem neuen Buch tiefe Einblicke in seine Erfahrungen und Erlebnisse in dem zunächst fremden Land, - Erlebnisse, die ihn immer mehr zu sich selbst zurückführen. Mit ihm reisen die ermordeten Gefährten aus der Zeit der islamischen Diktatur im Iran, gemeinsame Erinnerungen werden wach, werden von ihm wach gehalten; dazu kommen neue Begegnungen, neue Gefühle, neue Einsichten im neuen Land.
Allein die Sprache, Afrikaans, bedeutet für ihn das Eintauchen in Gekanntes, wenn auch nur weitläufig – eine Sprache, die aus dem Niederländischen heraus entstanden ist -, und gleichzeitig ein Erinnern daran, das nichts bleibt, wie es ist. Ein Erinnern daran, dass Sehnsüchte sich nicht verordnen lassen. Ein Buch, das viele und vielerlei Träume gestaltet, und das doch durchzogen ist von der einen, großen Sehnsucht: an einem Ort in der Welt eine Heimat zu finden; diese Heimat dabei nicht als konkreter Ort, sondern als eine ständig sich wandelnde Kombination aus Zugehörig-Fühlen, nicht fremd sein, sich in der Sprache ausdrücken können, sich sicher fühlen zu können, und an einem Ort das Unsagbare bereits ausgedrückt vorzufinden. Ein Buch, vom Perser Kader Abdolah auf Niederländisch geschrieben, glänzend übersetzt von Chr. Kuby. Sehr zu empfehlen.
Kader Abdolah: Dawuds Traum. Geb., 191 S., Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 2005, 18,50 Euro
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