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Die ganze Welt in einem Buch. Das könnte man von diesem Roman des palästinensischen Autors Elias Khoury behaupten. Er erzählt nicht nur die Geschichte eines Mannes, der am Bett seines sterbenden Freundes die eigene Geschichte und die des Freundes reflektiert, sondern er erzählt die Geschichte des palästinensischen Volkes: anhand von Lebensschicksalen, die sich zu einem Mosaik des Leids zusammenfügen – Khoury erzählt damit besser als es jedes Geschichtsbuch könnte, die Geschichte Palästinas in den letzten Jahrzehnten. Eindrücklich zeigt er mit diesem Roman, wie viel mehr geeignet die künstlerische Darstellungsform des Romans ist, das eigentlich nicht Sagbare auszudrücken, das sich dem Leser durch Faktisches kaum erschließen mag. Dabei wirkt er nie anklagend oder pädagogisierend, sondern radikal sich auf das Moment des Erzählens beschränkend. Und das bewirkt, daß dieser Roman eine über das Regionale hinaus grenzenlose Gültigkeit erhält, weil die großen menschlichen Themen im einzelnen Schicksal dargestellt werden. Dies bewirkt auch darüber hinaus, daß dieser Roman so unter die Haut geht. Große Literatur!
Elias Khoury: Das Tor zur Sonne. Roman. Geb., 742 S., Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 2004, 25 Euro.
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