| Weg von hier, das ist mein Ziel. Sagt Franz Kafka in seinem Text Aufbruch. Weg von hier ist auch das Ziel der 15 Autoren in diesem schönen Band, den Thomas Bauer, ehemaliger Greenpeace-Mitarbeiter in Paris und Journalist in Sidney, heute Mitarbeiter des Goethe-Instituts, herausgegeben hat. Der Band versammelt prominente Autoren wie Juli Zeh, Reimer Eilers oder den Peter-Huchel-Preisträger Michael Krüger neben noch unbekannten. Allen gemeinsam ist: Sie schreiben über das Reisen, und dies aus eher ungewöhnlichen Blickwinkeln. So über einen Tiermarkt in Marokko (Ulrike Rauh), über einen Vulkanausbruch in Ecuador (Thomas Bauer) oder über eine Liebe in Krakau (Juli Zeh).
Oft geht es in den Geschichten nicht um das Angekommen, sondern einfach um das Unterwegssein. Gerade die Mischung macht es in diesem Buch, die Darstellung des Reisens als Normalität, des Unterwegsseins als Lebensprinzip. Und die Rückbeziehung auf das Schreiben – erst das macht das Unterwegssein interessant für den Leser, das Schreiben über das Reisen. Neues entdecken, Verborgenes aufspüren, Klischees bestätigen, wo es sein muß, sie ansonsten aber auch entlarven, in seinem Vorwort „Das Weite suchen“ zitiert Thomas Bauer Blaise Pascal mit „Das ganze Unglück der Menschen rührt aus einem einzigen Umstand her ... daß sie nicht richtig in einem Zimmer bleiben können.“ Reisen bedeutet, sich auf das Neue einzulassen und dieses dem Vertrauten gegenüber zu stellen – und so letztlich sich selbst und das, was einem selbst Heimat bedeutet, besser kennen zu lernen. Es ist dies ein Buch, das sich eignet für Zeiten, in denen man reflektiert – sich, seine Umgebung, seine Pläne, Wünsche. Ein Buch, das einen durch Tage begleitet, und mit dem man sich selbst besser kennen lernt, fast so als reiste man selbst.
Thomas Bauer (Hg.): Zwischen den Orten. 15 Autoren schreiben über das Reisen. Geb., 204 S., Wiesenburg Verlag, Schweinfurt 2003, 17 Euro
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