| Ein Tag im Leben eines Psychiaters in Lissabon und wie er versucht, die verschiedenen Dämonen, die ihn heimsuchen, auszutreiben. Dies ist ein typisches Lobo Antunes – Buch: mit Wut und Haß, mit ätzender Kritik, mit boshaften Ausbrüchen in Phantastische. Der Erstling Lobo Antunes, und gleich ein Buch, das ihn als Meister zeigt – auch als Meister der Transformation der eigenen Biographie in Literatur. Selbst der Titel geht auf die Mutter Antunes zurück, die sagte, er habe ein Elefantengedächtnis. In diesem Buch hat der spätere gefeierte Schriftsteller bereits die Grundlinien seiner literarischen Technik angelegt – so gibt es auch für den Psychiater im Buch nur einen Ausweg: das Schreiben, gleichbedeutend mit der Fähigkeit, am Leben zu sein.
"Einblick in die Hölle“ ist der Einblick in die Hölle des Krieges – Lobo Antunes kehrte aus dem Krieg in Angola zurück, wo er als Militärarzt jahrelang schlimmstes Elend sah. Wieder enthält das Buch viele autobiographische Details: der Erzähler versucht sich darüber klar zu werden, was mit ihm geschehen ist, und findet in einer Sprache voller Metaphern und in angemessener Drastik einen Weg für die Anklage des Krieges. Und in dieser Anklage zeigt er auf, daß es trotz des Elends immer noch eine Existenz gibt, die über das Elend hinausweist.
Antonio Lobo Antunes: Elefanengedächtnis. Roman. Geb., 208 S., 18 Euro, 2004, bei amazon.de bestellen
Einblick in die Hölle. Roman. Geb., 288 S., 20 Euro, 2003, bei amazon.de bestellen
beide Luchterhand Literaturverlag, Neuwied
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