| Eine der ganz großen Liebesgeschichten in Dichtung gefaßt ist „Leila und Madschnun“ von Nizami, die uns in der herausragenden Übersetzung von Rudolf Gelpke vorliegt. Nizami ist persischer Dichter, in Ganca im Südkaukasus geboren, und er hat vor rund 800 Jahren einen älteren, arabischen Stoff – die Geschichte um das wohl berühmteste Liebespaar des Orients – aufgegriffen und zu einer zeitlosen Dichtung aufgearbeitet. Viele Dichter sind ihm inzwischen in dieser Arbeit nachgefolgt und haben bis heute diesen Stoff um den arabischen Jüngling Qeis und seine Leila bearbeitet. Auf der Bühne ist der Stoff des Liebesdramas um die beiden heute noch einer der meistgespielten.
Qeis und Leila lieben sich von früher Jugend an, aber die Familie von Leila gibt ihre Tochter nicht an den Fürstensohn. Qeis wird über der unerfüllten Liebe zum „Madschnun“, er wird verrückt, sondert sich von der Welt und den Menschen ab und zieht ruhelos umher, er wird zum Freund und König der Tiere in der Wüste. Selbst als Leila einem anderen zur Frau gegeben wird, bleiben die beiden ihrem Versprechen treu. Eine Geschichte über die Absolutheit der Liebe, über die Tragik, die das Aufeinandertreffen von solcher Liebe mit den Zwängen des Lebens mit sich bringen kann. Tief anrührend und künstlerisch anspruchsvoll komponiert ist dieses Stück Weltliteratur in dem wunderschönen Bändchen der Manesse Bibliothek mit persischen Miniaturen in Farbe versehen, die diese jahrhundertealte Geschichte illustrieren.
Das Nachwort von Rudolf Gelpke gibt einen Einblick in die Entstehung der Übersetzung und in die Hintergründe der Geschichte.
Hervorragend gelesen ist das Epos von Jutta Lampe in der Vertonung auf 5 CDs.
Nizami: Leila und Madschnun, geb., 350 S., Manesse Bibliothek der Weltliteratur, Manesse Verlag, Zürich 2004, 19,90 Euro, bei amazon.de bestellen
als Hörbuch: im Audiobuch Verlag, 5 CDs, ca. 345 Minuten, gesprochen von Julia Lampe, 29,90 Euro. bei amazon.de bestellen
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