| Erst einmal, beim Durchblättern des kleinen, ganz fein gemachten Bändchens der Manesse Bibliothek der Weltliteratur, fallen dem Betrachter die wundervollen persischen Miniaturen aus Handschriften des 15. bis 17. Jahrhunderts, in Farbe gedruckt, ins Auge. Persische Miniaturen haben eine große Tradition, und sie fügen sich in ihrer einmaligen Farbigkeit und Detailtreue ideal ein in die märchenhaften Geschichten der sieben Prinzessinnen.
Nizami ist der Schöpfer des Persischen Liebesromans – bekannt ist er als Verfasser des Werkes „Leila und Madschnun“, eines Romans, der bis heute in Hunderten von Bearbeitungen Nachahmungen im gesamten orientalischen Raum gefunden hat.
Geistigkeit und Sinnlichkeit finden sich in diesen Geschichten, Märchen und Phantastik wundervoll vereint – ein „Juwel orientalischer Erzählkunst dieses Dichters“, der 1141 im heute aserbaidschanischen Ganja geboren wurde – in einer Zeit, als die Literatursprache persisch war.
Sieben Prinzessinnen erzählen sieben Geschichten, um ihren gemeinsamen Gemahl, König Behram, an sieben Tagen zu unterhalten. Am Ende stehen sieben Aspekte des irdischen Schicksals und verbinden sich zu einem Kosmos von Gesetzmäßigkeiten, die allgemeingültig sind. Ein Buch voller Tragik, aber auch voller Lust und Heiterkeit.
Wer die Geschichten von „Tausendundeiner Nacht“ liebt, sollte unbedingt auch diese Geschichten lesen.
Nizami: Die sieben Geschichten der sieben Prinzessinnen. Geb., 300 S., mit persischen Miniaturen in Farbe, aus dem Persischen übersetzt und mit einem Nachwort von Rudolf Gelpke, Manesse Verlag, Zürich 2002, 19,90 Euro.
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