| In diesem Buch stellt Fariduddin Attar - persischer Dichter und Mystiker im 12. Jahrhundert – die großen Sufis und muslimischen Heiligen der Anfangszeit des Islam vom 800 bis 1200 vor. Attar zeichnet den Wege des Islam so nach, dass der Geist dieses Weges deutlich wird und nicht Äußerlichkeiten Wichtigkeit erlangen – er beschreibt die Pilgerfahrt zu der höchsten Glückseligkeit und geht dabei den Weg des Propheten Mohammed, indem er extremistische Ideen ablehnt. 97 Heiligenbiographien hat Attar verfrasst, und sie vermitteln einen Eindruck über die außergewöhnlichen Personen des frühen Islams. Auch wird in diesem Buch deutlich, wie reich, vielfältig die damaligen islamischen Zentren waren – und den heutigen Lesern wird klar gemacht, dass das Geschriebene nicht immer wortwörtlich so gemeint, sondern durchaus übertragen verstanden werden soll: Wenn Allah im Koran sagte: „Töte dich selbst“, dann ist damit nicht Selbstmord gemeint, sondern das Töten der üblen Leidenschaften in dem Gläubigen. Dieses Buch zeigt die Vielfalt des Islam auf, die Wurzeln des heutigen Islam, es zeigt auf, dass vor dem Fassen von Urteilen über Kulturen eine Beschäftigung mit deren Entstehung und prägenden Entwicklungen notwendig ist. Dann kann entdeckt werden, dass durchaus vieles gar nicht so fremd und manches sehr sympathisch ist.
Fariduddin Attar: Muslimische Heilige und Mystiker. Ihr Leben, ihre Taten, ihr Geist. 320 S., kart., Heinrich Hugendubel Verlag, München 2002.
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