| eine ungemeine sprachsensibilität ist dieser dichterin eigen; so ausgeprägt, dass sie selbst über profanes im leben wie überhöhtes im denken so ungeniert schreiben kann, ohne sich der gefahr des kitsches oder des abgleitens in sprachliche niederungen preiszugeben. „Die Härchen gesträubt/ Vor zärtlichem Schrecken …“, ein beispiel gleich im ersten gedicht „Papàvero“; ja, und die norddeutsche dichterin sucht immer wieder themen im süden, in italien, und dieser süden wird auch auf umwegen gefunden, bei der „liebe zu echsen“ genauso wie beim „liebestod in einer römischen kirche“.
es ist dies ein band von liebesgedichten der anderen, der höheren, der sensibleren art. versteckt die gefühle hinter tastenden worten, „alle Bemühungen um Ewigkeit/ mit offenen Lippen posierend“, greifen gefühl und landschaft, beobachtung und zuinnerst erlebtes dicht ineinander. nicht nur die liebe ist ein immer wiederkehrendes, zutiefst verunsicherndes und zugleich sicher machendes ereignis; auch das lesen dieses bändchens, wiederholt, kann ähnliches zeitigen, lässt man sich nur darauf ein. denn bald schon stellen sich vergleiche ein, zwischen wort, zwischen vers und eigenem leben. wunderbar.
charlotte ueckert: dein haar ist mein nest. gedichte. brosch., 38 s., fixpoetry verlag, hamburg 2011, 8,90 euro. zurück zur Übersicht bitte | |