| diese bemerkenswerte frau, irène némirovsky, russische emigrantin und star der französischen literaturszene der 1930er jahre, wird in den letzten jahren wiederentdeckt: ihr roman „suite francaise“ – ausdruck dieser frau, die in extremen situationen und gefühlen lebte, mit nur 39 jahren wurde sie in auschwitz ermordet, findet auflagen in vielen ländern der welt.
irène némirovsky hat in ihrem werk all das eingefangen, was die stürme ihres lebens ausmachten – die kindheit in einer reichen jüdischen familie in kiew, der verlust der kinderheimat durch die russische revolution, die flucht und das finden einer neuen heimat in paris, der literarische ruhm, die verfolgung, der sie als jüdin ausgesetzt ist.
den biografen gelingt es, diese verloren gegangenen epochen und den gesellschaftlichen umbruch darzustellen und jeweils entsprechung in der biografie gegenüberzustellen, sehr behutsam, und ihnen gelingt es so, ein eindringliches porträt dieser frau und schriftstellerin zu schaffen, das natürlich auch lust macht, ihr werk zu lesen. die biografie liest sich spannend wie ein roman, vermittelt vielerlei hintergrundwissen und ist damit im besten sinne lehr-reich. hervorragend.
olivier philipponnat und patrick lienhardt: irène némirovsky. die biographie. geb., 576 s., knaus verlag, münchen 2010, 29,85 euro.
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