| was für ein buch! eine opulente dokumentation, ein meisterwerk der buchherausgabe über fritz langs kultfilm „metropolis“, die zukunftsvision der megastadt. seltene, zum teil unveröffentlichte dokumente – fotos von lang, filmplakate, szenenfotos, kostümbilder, das buch über die „stadt der städte“, die große metropolis. der film, zukunftsvision: die zukunftsstadt metropolis wird von dem mächtigen industriellen joh fredersen von seinem turm babel, der schaltzentrale für die maschinerie der stadt, aus regiert. der erfinder rotwang experimentiert an der erschaffung des künstlichen menschen. währenddessen gibt in den katakomben unter der arbeiterstadt maria verzweifelten arbeitern hoffnung.
alles in allem ein äußerst aktueller film, nach 80 jahren noch oder erst jetzt, auch wenn am schluss die versöhnung von herrscher und beherrschten mit hilfe des „vermittelnden herzens“ gelingt. fritz langs meister-, sein monumentalwerk, dieses buch erschien zur aufführung bei den internationalen filmfestspielen in berlin in diesem jahr – ein band, in dem sich die wichtigen cineastischen autoren versammeln, in dem hintergrundrecherche („wege und umwege zu metropolis“, „wir haben metropolis!“) betrieben wird, das beeindruckendste sind aber die bilder im buch: „die katakomben“, „die maschinenräume“ – beispiele einer zukunftsstadt, die längst realität geworden ist; das grauen könnte den betrachter erfassen, wenn es nicht die hoffnung der maria gäbe, die einen guten ausgang ermöglicht. am 10. januar 1927 hatte der film in berlin remiere, am 12. februar 2010 wurde der film, - „wenige filme sind so systematisch verändert, versümmelt, verfälscht worden wie dieser“ (enno patalas) – erstmals wieder in nahezu gleicher länge in berlin und frankfurt wieder gezeigt. dieses buch ist eine einzigartige dokumentation dazu, nicht nur filmisch, filmgeschichtlich ein standardwerk, sondern auch zeitgeschichtlich einfach einzigartig.
deutsche kinemathek – museum für film und fernsehen (hg.): fritz langs metropolis. geb., 399 s., 480 abb., belleville verlag, münchen 2010, 49,80 euro
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