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Eine artifizielle Sprache dieses Dichters, in seinen Gedichten und in seinen kurzen Prosastücken, geschult an der klassischen Form, aber auch am täglichen Leben, an den Abgründen, in die der Dichter geschaut hat und durch seine Gedichte blicken lässt, immer wieder der Arzt, der Chirurg, der durchscheint, der seziert – Gedanken und Körper, in den Gedichten: „Als ich von der Brust aus/ unter der Haut/ mit einem langen Messer/ Zunge und Gaumen herausschnitt“ im Gedicht „Kleine Aster“. Gottfried Benn findet Sprache für das eigentlich Unsagbare, seine dichterischen Texte sind Gedankenkonzentrate, sind in sich zusammenfallende Energiebündel, die wie ein Sog wirken. „Absolute Prosa“ ist ein Text benannt – und genau das sind diese Bennschen Texte: Absolute Dichtung und Absolute Prosa. Man kann sie nur immer und immer wieder lesen.
Gottfried Benn: „Sämtliche Gedichte“ und „Künstlerische Prosa“ in zwei Bänden. Geb., 1020 S., Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2006, 29,90 Euro.
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