| Diese Gedichte! Ja, lange kannte ich sie, ihre Gedichte, bevor ich Eva Christina Zeller kurz kennen lernte, persönlich (dieses Jahr bei der Buchmesse in Frankfurt). Gedichte von höchster Präzision, sprachgenau, und dabei von intensiver Sinnlichkeit. In diesem, ihrem zuletzt veröffentlichten Band also Gedichte über die Liebe: „Poesie und Liebe, das unzertrennliche Paar“, wie Kurt Marti in seinem Vorwort schreibt, und: „Dass Liebe stets wieder zu finden ist, von uns erfunden werden kann, zeigen Eva Christina Zellers Liebesgedichte auf eine exemplarische Weise“.
Die Dichterin geht aus von konkreten Erfahrungen, Erinnerungen, und findet dann zu höchst differenziert dargelegten Bildern, unerwartet und doch stimmig, hochpoetisch, sinnlich, aber auf eine andere Art als vom Lesenden erwartet.
Eigentlich erzählt sie ganze Geschichten in ihren Gedichten, Geschichten von Erwartungen, von Enttäuschungen, von der Erfüllung, und sei sie nur im Augenblick. Von Anfang an „hat“ sie ihren eigenen Ton, und dieser rote Faden ihres ureigenen Tons beruhigt, bei aller Emotionalität, die einem entgegenschwappt. Ein durchaus ruhiger Ton, der sich in Opposition stellt zum Dargestellten, der im Zaum hält, wenn das Herz schneller zu schlagen beginnt. Diese Gedichte muss man laut lesen, und immer wieder. Wenn man einmal damit begonnen hat, wird man wie hineingezogen in diese Wunderwelt des lyrischen Klangs, der Verdichtung, und eigene Bilder mischen sich unter die durch die Gedichte angeeigneten. Voller Wunder diese Verse:
"die erde, so klein werden wir sein, wenn wir draußen im wind spüren das alter vor uns, die zeit, die vergangen, weniger wir als ein sandkorn wie finden sich zwei in den dünen, im meer?“.
Die Gedichte von Eva Christina Zeller: Abenteuerreisen zu sich selbst, und alles ist schon da, es will nur gegriffen, geordnet sein. Die Poesie dieser Dichterin als Ritt über das Meer.
Eva Christina Zeller: Liebe und andere Reisen. Gedichte. Geb., 120 S., Kloepfer und Meyer Verlag, Tübingen 2007, 16 Euro.
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