| Je mehr man sich vertieft in diesen Gedichtband, um so mehr gerät man in den Sog der Sprache von Christine Langer. Um so mehr gerät man hinein in eine Sprache, die in ihrer Rhythmik, in ihrem – wie Joachim Sartorius es nennt – „ungestümen Pulsschlag“ mitreißt mit einer „Wortmagie“, die ganz eigen ist.
Mein Lieblingsgedicht „Holunder“: ... Der dunkle Saft, dein/ Mit der Zunge zu be-/ Greifender Name, und:/ Die farbig-, noch deutlicher/ Gewordenen ver-/ Tieften auf-/ Reizenden Falten// Der Hand. Wie viele Anspielungen darin enthalten sind, wie viele verborgenen Wortspiele, Varianten von Untiefen des Denkens.
Man kann die Gedichte „schön“ bezeichnen, wie Friedericke Mayröcker kein passenderer Ausdruck einfällt, sie sind schön und gleichzeitig mehr: in ihrer Fragilität zerbrechlich und stark zusammengebunden zugleich, beinahe beiläufig beredt und doch mit Nuancierungen, die äußerst exakt, bestechend genau sind. Auf jeden Fall verraten sie eine eigene Handschrift. Eine Entdeckung!
Christine Langer: Lichtrisse. Gedichte. Geb., 116 S., Verlag Kloepfer und Meyer, Tübingen 2007, 16 Euro.
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