| Ein wunderschönes Buch bekam der bekannte Jugendbuchautor Klaus Kordon zum 60. Geburtstag – ein „Werkstattbuch“, von seinem Verlag Beltz und Gelberg. Ein Büchlein, das Einblick in die Werkstatt des Autors gibt, durch Interviews, durch Stellungnahmen zum eigenen Schreiben, durch Stimmen von Freunden, von Lektoren, des Verlegers, von Kritikern.
Eindrucksvoll die Passagen „Klaus Kordon über Klaus Kordon“, in denen der Autor zunächst über seine eigenen Wurzeln – familiäre, Berliner, deutsche und deutsch-deutsche – und dann über sein Schreiben berichtet. Wenn man dieses Buch liest, erschließt sich einem das Phänomen Kordon Schritt für Schritt: das Phänomen, dass dieser Autor so selbstverständlich deutsche Geschichte in anschauliche Lebensläufe zu packen versteht; und zwar so, dass der Leser auch über mehrere hundert Seiten hinweg gepackt bleibt. Die eingestreuten Dokumente aus dem Leben Klaus Kordons – das Foto von der Zellentür zum Beispiel zu der Zelle, in der er in der DDR inhaftiert war, oder der begeisterte Brief von Herbert Wehner nach der Lektüre des Romans „Die roten Matrosen“ -, aber auch die Fotos aus verschiedenen Lebensstufen des Autors veranschaulichen den abwechslungsreichen Gehalt des Bändchens.
Ein Büchlein, bei dem es Spaß macht, darin zu blättern, sich fest zu lesen, das uns diesen Ausnahme-Autor näher bringt, aber das uns ganz allgemein spannende Einsichten in den Alltag und in das Schaffen eines Schriftstellers bietet.
Werkstattbuch Klaus Kordon. Zusammengestellt von Barbara Gelberg. Brosch., 88 S., Beltz und Gelberg Verlag, Weinheim 2003
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