|
Wunderbare literarische Essays von Fritz J. Raddatz sind in diesem Band versammelt, Essays über die Großen der deutschen Literatur: Thomas Mann, Musil, Brecht, Franz Fühmann, Walter Kempowski, Christa Wolf, Guntram Vesper, über den Dichter Volker Braun und über Johannes Bobrowski. Raddatz versteht es, diese Dichter und ihr Werk in ein Gefüge von Zeitbezügen zu stellen, sodass dem Leser sich dieses Werk anders, weiter erschließt, als ihm dies mit bloß einigen biographischen Informationen über das Leben der Autoren möglich wäre. Grandios der Essay über „Thomas Mann in seinen Tagebüchern“, wo Raddatz sensibel Spuren nachverfolgt und Thomas Mann in seiner Größe einerseits, in seiner Sensibilität andererseits darstellt. Und der Essay darüber, wie Macht und Ideologie auf das Schreiben wirken zeugt von einem Beobachter über Jahrzehnte hinweg, der die Wirkungsweisen auf das Schreiben studiert hat und dies im Detail auszudrücken versteht. Wer unsere heutige Literatur besser verstehen möchte, kommt an diesem Bändchen nicht vorbei.
Fritz J. Raddatz: "Schreiben heißt, sein Herz waschen", geb., 252 S., zuKlampen Verlag, Springe 2006, 18 Euro
bei amazon.de bestellen
zurück zur Übersicht bitte | |