| Es gehört immer zum spannendsten, wenn ein Schriftsteller ueber sein Schreiben Auskunft gibt. Noch dazu, wenn es sich zwischen zwei nahen Literaturfreunden entwickelt, im Gespräch, wie zischen Peter Hamm und Peter Handke, die sich und ihr Schreiben seit Jahrzehnten kennen.
Die Sicht auf die Welt, das Selbstverständnis des Schriftstellers, die biographischen Prägungen, Philosophie, Glaube, Bücher, der Einfluß von Autoren und der Prozess des eigenen Schreibens, all das wird in diesem flüssig zu lesenden Interviewbuch angesprochen, und es bietet so gleichzeitig eine wunderbare Einführung in das Werk des Schriftstellers Peter Handke, in sein Denken und in sein Arbeiten. Der Leser erfährt, wie sich ein Werk entwickelt, von welchen Fragen der Autor geprägt wird, wie sein Leben aussieht und wie der dieses Leben mit dem Schreiben zusammen bringt. Einflüsse auf das Schreiben werden deutlich gemacht, aber auch die Wichtigkeit von Interaktion zwischen Menschen. So ist dieses Buch auch ein schönes Zeugnis einer lagnen Freundschaft zwischen sensiblem Interviewer und dem Schriftsteller, der sich immer neue Themen erschliesst und doch immer nur an dem einen fortschreibt, sich die eigene Exsistenz zu ermöglichen.
Peter Hamm / Peter Handke Es leben die Illusionen. Geb., 184 S., Wallstein Verlag, Goettingen 2006, 20 Euro.
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