| WineArt
Käptn Korks Weine des Monats Februar 2008Feuchtfröhlich zwischen Neckar und Enz, rauschten wir, hart im Grenzbereich der StVo, mit unserem Benz wieder für Sie durchs Ländle.
Zu allererst gings nach Roßwag, ein Dorf wie bei Asterix und Obelix, nahe Vaihingen/Enz zum Besenwirt Norwin Gille "Roßwager Stäffele". Kontakt: Tel: 07042/25005. Die Tür ging auf, und vor uns Stand ein total ramponierter Kellerfachwirt mit einer dicken Schramme über dem linken Auge. Im kühnen Kampf mit den Unwägsamkeiten eines feuchten und rutschigen Kellers kam er noch mit einem „blauen Auge“ davon, und muß daher seine Besenwirtschaft vorübergehend geschlossen halten – aber für Weinempfehlung in Form eines Rieling Kabinett –trocken- nahm er sich geschwind Zeit. Auf diesem Wege noch gute Besserung nach Roßwag.
Unsere nächste Station war die Hölderlin-Stadt Lauffen am Neckar. Zu Fuß nach Bordeaux? Hätten Sie es gedacht? Friedrich Hölderlin, Gott hab ihn seelig, marschierte 1802 in Aussicht auf eine Stelle als Hauslehrer zum dortigen Konsul und Weinhändler Meyer an die Gironde. Doch schon nach wenigen Monaten kehrte er aus ungeklärten Gründen wieder zurück ins Schwäbische. Sprachprobleme ? Allimente? ..... wahrscheinlich war es der gute Württemberger Wein, der ihn zur Heimreise veranlasste. Für guten Wein hätte er sich heute einige Sohlen sparen können, denn „mitten in“ Lauffen liegt das Weingut Schiefer. Nach einem herzlichen Empfang und einer kleinen Kellerführung verkosteten wir mit Schiefer Senior hervorragende Weine direkt im Weinlager. Der leichte Hauch von Old Spice, welcher noch wage im Lager zu vernehmen war, machte uns klar: Stuart Pigott war auch schon da! In Anbetracht des durchweg hohen Niveaus der Tropfen des Weinbauingenieurs und Musikliteraten Michael Schiefer fiel uns die Entscheidung nicht leicht. Last but not Least haben wir uns für einen Spätburgunder *** Barrique entschieden. Näheres finden sie unter der Homepage www.weingut-schiefer.de. Weiter so !!
Der Weg zum dritten Wein, einen Bacchus –halbtrocken-, führte uns nach Hohenheim bei Stuttgart. Die 2 Hektar Reben direkt unter dem Schloß dienen den Studenten der Universität als Übungsfeld. Im Zuge eines Agrarstudiums können Sie sich hierbei, neben dem Erwerb des Weinbau-ABC`s, locker einen Weinbauschein dazu verdienen. Direkt vom Weinberg aus, in Richtung Süden, kann man die Ausläufer der Schwäbischen Alb erblicken, außer noch in Reutlingen sowie Tübingen wachsen dann nur noch Gräser und saure Äpfel. Merklich wird der staatlich geführte Betrieb mit knappen Mitteln geführt. Marketing und Design erinnern eher an sozialistischen Einheitsbrei. Im Gegensatz dazu aber überzeugte uns der Flascheninhalt mit seinem unschlagbar guten Preis/Leistungsverhältnis. In anbetracht der kleinen Ernte-Menge kann man die Weine nur im Uni-Shop oder im Zuge einer drei mal im Jahr statt findenden Verkaufsaktion an der Universität (Info: Universität Hohenheim Fachbereich Weinbau 370a) erwerben.
Viel Freude beim Verkosten !
wünschen Ihnen
Frank Wiethe und Siegfried Mayer
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