| Auch insofern war dies völlig analog zur Ausstellung von Isabel Zuber im Haus der Kunststiftung Ba-Wü von Oktober bis November 1999. Die Bilder habe ich noch gut vor Augen. Auch hier war und blieb die Assoziation zur Musik sehr stark, ja zwingend: Die Strukturen und sich scheinbar immer wiederholenden Muster und Bewegungen erinnerten mich an die Minimal Music im Allgemeinen und an Steve Reich im Besonderen. Die Bewegung tritt in den Vordergrund, wird als Kern erkennbar, wird selbst zum Thema. Arvo Pärts Musik erlebe ich selbst ganz ähnlich und als noch konzentrierter. Die Reduktion erzeugt, dank des langen und anstrengenden Prozesses des Weglassens von allem, was nicht wichtig ist (unter bestimmten, wünschenswerten wie seltenen Umständen können wir diesen Prozeß "Leben" nennen) eine unglaubliche Klarheit.
o.T., 1999 Tusche und Gouache auf Papier, 133 x 695 cm Big (86 K) auf Klick Das Thema ist die Bewegung und wird gleichzeitig selbst bewegt, in Variationen, die der Wiederholung näher scheinen als der Weiterentwicklung. Dies beschreibt vielleicht auch die Arbeit von Isabel Zuber: eher ein meditatives Insichgehen, ein Zu-Sich-Kommen, sehr hohe Konzentration, darin: Freiheit. Während "Weiterentwicklung" an eine Bewegung nach außen denken läßt, geht es hier um eine Bewegung nach innen.
Bewegung, Ruhe, Geschwindigkeit - Assoziationen, mit denen mich Isabel Zubers Arbeiten faszinieren. Das Ziel der Kunst von Isabel Zuber ist das Zentrum der Bewegung: "Hier endet die Reise nie" kommentierte Isabel einmal ihre Arbeit. "Ganz schön eitel", dachte ich. Stimmt aber nicht. Denn natürlich endet die Reise nie, der Ausgangspunkt ist das Ziel, so wie der Tod nicht Gegensatz des Lebens ist, sondern dessen Wesen. Semantisch untrennbar verbunden.
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