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Üben, üben, üben - fast wie heute. Es kamen erste Gigs in der Schule mit
Tanzmusik, dann kleine Dixieformationen, Auftritte im Raum Pforzheim, oft für die GIs. Die
gingen dann für den Pennäler Rudolf bis 3 Uhr morgens, das Schlagzeug wurde im
Leiterwagen gezogen.
"Bis ich zuhause war, war es 5, um 7 mußte ich wieder in die Schule - es ging alles," sagt
King, und "damals habe ich mir Kondition antrainiert. Ich brauche nur ganz wenig Schlaf." An
den Zensuren jedenfalls ließ sich nicht ablesen, daß Theilmann neben dem Abitur
nächtens Auftritte spielte und stundenlang trommelte. Und seine Ruputation wuchs.
Schon Mitte der 60er war Theilmann Trommler des "legendären" Modern Jazz Quintett Karlsruhe,
einer der wenigen wirklich freien und experimentellen Formationen Deutschlands. Schallplatten
folgten (heute begehrte Sammlerstücke) und Tourneen, für das Goethe-Institut u.a.
nach Ägypten, Libanon, Zypern und Griechenland, dazu Festival-Auftritte in ganz Europa.
Ulrich Olshausen, einer der "Jazz-Kardinäle", schrieb: "Musik, die zum Besten gehört,
was der Jazz in Europa erzeugt hat, seitdem man ihn free nennt"
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Aus dem Quintett wurden "Fourmenonly", weil der Bassist bei einem Konzert in Reutlingen ausstieg.
Mitten im Stück. Taufpate für "Fourmenonly" war kein Geringerer als Fritz Rau. Ihn traf
das dezimierte Quintett bei einem Festival, erzählte ihm die Geschichte und Vollprofi Rau
hatte genau den richtigen Riecher. Seit über 15 Jahren haut Theilmann, abgesehen von eher
"nostalgischen" Einsätzen, nur noch für freie Formationen auf die Felle. Zusammen mit
dem Saxophonisten Helmut Dinkel, dem Bassisten Johannes Frisch (als "D/F/TH") und/oder mit dem
Pianisten, Geiger und Komponisten Helmut Bieler-Wendt.
Warum Rudolf Theilmann Spezialist für Badische Kunst und nicht Berufsmusiker geworden ist,
weiß "de King" genau: "Erstens hat mein Vater darauf bestanden, daß ich etwas
'Gescheites' studiere - da hatte er recht - und zweitens kann man freie und improvisatorische
Musik nicht die ganze Woche durch machen. Das hält keiner aus." Was ihn nicht hindert,
weiterhin vier Stunden am Tag zu üben.
Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, dem sei "Freispiel" empfohlen, Buch mit CD
(über 70 Minuten) mit der Musik von Helmut Bieler-Wendt und Rudolf Theilmann, erschienen
im INFO-Verlag Karlsruhe, 2000.
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